Sylt Bibliothek : Streit um Bücherei-Sanierung: „Es ist empörend“

Sauer: Bruno Schnabel, Vorsitzender des Freundeskreises der Sylt Bibliothek.
Sauer: Bruno Schnabel, Vorsitzender des Freundeskreises der Sylt Bibliothek.

Bruno Schnabel äußert sich zur politischen Entscheidung, die Sylt Bibliothek nicht zu renovieren.

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17. Dezember 2014, 05:12 Uhr

Empört sei er, sagt Bruno Schnabel. Empört, weil die Sylt Bibliothek nach monatelangem Hin- und Her nun doch nicht renoviert werden soll (wir berichteten). Bruno Schnabel ist Vorsitzender des Freundeskreises der kleinen Sylter Bücherei. Und nach der jüngsten Entscheidung im Hauptausschuss platzt ihm der Kragen: SPD, SWG, SSW und Grüne setzten dort durch, dass die 211  000 Euro, die eigentlich für die Renovierung der Bibliothek in den Haushalt eingeplant waren, mit einem Sperrvermerk versehen wurden (wir berichteten). Bevor das Geld in die Renovierung gesteckt würde, sollte erst einmal entschieden werden, ob die Bibliothek nicht doch in die jetzigen Räume der Spielbank ziehe. „Selbst wenn es zu diesem Umzug kommen sollte, kann der doch frühestens 2019 über die Bühne gehen, weil der Pachtvertrag mit der Spielbank bis Ende 2018 läuft“, weiß Schnabel und erinnert daran, dass der größte Teil der Möbel, die angeschafft werden sollen, auch in den neuen Räumen genutzt werden könnten.

Generell hält er die politische Entscheidung für ein kulturpolitisches Armutszeugnis: „Die Bibliothek ist die einzige kulturelle Einrichtung hier auf der Insel, die eine derartig breite Zielgruppe anspricht. Es ist empörend, dass der Wert dieser Bibliothek offenbar nicht gesehen wird.“ Er verdächtigt die Koalition aus SPD, SWG, SSW und Grünen, die Renovierung aus parteitaktischen Gründen zu opfern – „weil sie einmal die CDU überstimmen wollten“. Ohnehin hätten Kultur- und Finanzausschuss schon beschlossen, dass die Sylt Bibliothek verschönert werde. „So eine Missachtung der Fachausschüsse erzünrt mich“, sagt der 68-Jährige, der selbst ein SPD-Parteibuch besitzt.

Dabei sei es dringend notwendig, dass die Bücherei aufgehübscht würde. Seit 1985 habe sich dort nichts mehr getan: „Sollen sie sich diesen Trümmerhaufen doch mal angucken.“ Keine dem Tourismus gewidmete Räumlichkeit der Gemeinde würde man in solch einem Zustand lassen, ist sich Schnabel sicher. Er hofft, dass die Politik noch doch dazu entschließt, diese „taktischen Spielchen“ aufzugeben.

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