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Sitzung des Hauptausschuss : Streit um Beschaffung von Baugrund

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Vertreter der Gemeinde Sylt sind sich nicht einig darüber, ob und wie private Grundstückseigentümer zum Verkauf angeregt werden sollten.

von
erstellt am 29.Mai.2014 | 08:02 Uhr

Wenig Geld in der Gemeindekasse, ambitionierte Wohnungsbauprojekte und nicht unbedingt deckungsgleiche Vorstellungen in den verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde Sylt, wie und wo man am sinnvollsten Dauerwohnraum schafft. Dass diese Gemengelage auch mal zu Krach führen kann, zeigte sich bei der Sitzung des Hauptausschusses am Dienstagabend.

Dort stellte Oliver Ewald (CDU) einen Vorschlag vor, über den die Ortsbeiräte Keitum und Tinnum zuvor positiv beschieden hatten: Demnach sollen Richtlinien erarbeitet werden, durch die die Gemeinde Sylt leichter an Flächen kommt, die momentan in privater Hand sind (wir berichteten). Dass nun so ein Vorschlag aufs Tapet kommt, ärgert Gerd Nielsen (SPD). Er halte solche Überlegungen zum jetzigen Zeitpunkt für kontraproduktiv. Seine Fraktion hatte vergangenes Jahr das Projekt 500 Plus angestoßen, durch das die Gemeinde bis 2018 500 neue Wohnungen bauen soll. Neben der Wohnsiedlung Süd und dem Bastianplatz gehören dazu etwa die Bebauungspläne am Schulzentrum oder am Bahnweg. „Wir haben von diesem Projekt das erste Paket einvernehmlich verabschiedet – und es ist noch in keiner Form abgearbeitet“, so Nielsen. Es gebe noch viel zu tun, bevor sich die Gemeinde an neue Projekte wagen könne. „Wir verhandeln weiter mit dem Land und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BiMA) über sinnvolle Flächen und wir müssen unsere Finanzen ordnen.“ Schließlich würde man allein bei diesem Paket von einem Finanzvolumen von 40 bis 50 Millionen Euro sprechen. Die Gemeinde solle doch erst einmal die Wohnungen bauen „die wir in der Pipeline haben“, bevor über weitere Bebauungspläne debattiert werde. Der Vorschlag, den Oliver Ewald präsentierte, diene lediglich der „persönlichen Profilierung“ und könne als schlichtes Wahlkampf-Manöver gewertet werden.

Gegen diesen Vorwurf verwahrte sich Ewald: „Das ist unter der Gürtellinie“. Nielsen habe sich immer geweigert, die Idee im Arbeitskreis zum Wohnungsbau zu diskutieren. Es sei das gute Recht der Ortsbeiräte, solche Vorschläge im Hauptausschuss vorzubringen.

Die Frage, wie man auf unterschiedlichen Wegen lebenswertes Wohnen für Sylter ermöglichen könnte, müsste erlaubt sein, fand auch Sönke Hansen (SWG). Laut Ortsbeirats-Entwurf soll auch geprüft werden, ob die Gemeinde nach dem Kauf von privaten Flächen den ehemaligen Besitzern einen Bereich übertragen kann, auf dem er selbst bauen darf. Diesen Weg will die Gemeinde Sylt bisher nicht einschlagen – vielleicht zu unrecht, findet Hansen: „Das macht die Gemeinde Wenningstedt auch schon so. Sie kauft eine Fläche vom Bund und verkauft vier Wohnungen auf dem freien Markt, um so die Bebauung des restlichen Grundstücks finanzieren zu können.“ Auch Christian Thiessen (Piraten) befand: „Bevor wir weiter mit der BImA verhandeln, sollten wir wissen, was es sonst noch für Möglichkeiten gibt, um an Flächen zu kommen. Ich glaube, dass uns manche Einheimische freundlicher gesonnen sind als der Bund.“

Damit der Vorschlag über den kreativeren Flächenerwerb ausführlicher diskutiert werden kann, verwiesen die Mitglieder des Hauptausschusses ihn letztendlich an den zuständigen Wohnungsbauausschuss.

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