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Sylter Rundschau

20. August 2017 | 10:12 Uhr

Kommunalpolitik : Streit in Wenningstedt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Gemeindevertreter treten aus der Fraktion Bündnis Wenningstedt-Braderup aus und legen Ämter in Ausschüssen nieder

Eine Mitteilung in der jüngsten Gemeindevertretersitzung birgt Zündstoff: „Aus der Fraktion des Bündnis Wenningstedt-Braderup ausgetreten sind Brigitte Führ und Rüdiger Meyer,“ teilte der stellvertretende Bürgermeister Gerhard Hausen mit. „Sie wollen zwar Gemeindevertreter bleiben, legten jedoch alle Ämter in den Ausschüssen und Gremien nieder.“ Auch das bürgerliche Mitglied Verena Fitschen stehe künftig für die Ausschussarbeit nicht mehr zur Verfügung. Kein Wort zur Begründung.

Die folgte nun am Wochenende in Form einer gemeinsamen Stellungnahme von Führ, Meyer und Fitschen: „Wir haben die Fraktion verlassen, weil wir der Auffassung sind, dass das Handeln der Fraktionsvorsitzenden Sabine Koppelt überwiegend durch Eigennutz geprägt ist und nicht ansatzweise unserem Verständnis von kritischer, transparenter und aufrechter Amtsführung entspricht.“ Eine Amtsführung, „die dem Gemeinwohl, dem wir uns als gewählte Gemeindevertreter verpflichtet haben, diametral entgegen steht.“

In der Gemeindevertretersitzung hatte Bürgermeisterin Katrin Fifeik bedauert, dass nun Mehrarbeit auf die übrigen Gemeindevertreter zukommt: „Nachdem vor einigen Wochen bereits Gemeindevertreterin Ilka Köchy-Winter ihre Ämter in den Ausschüssen und Gremien aus beruflichen Gründen abgegeben hat, verteilen sich die Aufgaben nunmehr auf zehn statt auf 13 Gemeindevertreter.“ Weiter heißt es in der Pressemitteilung der Gemeindevertretung: „Um die Mehrarbeit etwas zu mindern, entschloss sich Katrin Fifeik, der Fraktion der Aktiven Bürger beizutreten. Somit kann auch sie künftig mit Ämtern in den Ausschüssen und Gremien betraut werden.“ Bis dato sei die Bürgermeisterin zwar engagiertes Mitglied der Aktiven Bürger, bewusst aber fraktionslos geblieben. „Dadurch wollte ich deutlich herausstellen, dass ich in meiner Funktion als Bürgermeisterin gerne an den Sitzungen beider Fraktionen teilnehme und für eine umfassende Information bürge, so es denn gewünscht ist.“ Fakt sei jedoch, dass die Fraktion Bündnis Wenningstedt-Braderup von diesem Angebot kein einziges Mal Gebrauch gemacht habe. Insofern habe ihr Beitritt in die Fraktion der Aktiven Bürger keinerlei Auswirkungen.

Doch diese Schlussfolgerungen, insbesondere der Vorwurf der Mehrarbeit für die anderen Gemeindevertreter, „entbehren jeglicher vernunftorientierten Grundlage und vermitteln den Bürgern ein vollständig falsches Bild“, heißt es nun in der Replik von Brigitte Führ, Rüdiger Meyer und Verena Fitschen. Ihnen werde unterstellt, sie würden als gewählte Gemeindevertreter an der kommunalpolitischen Arbeit nicht mehr teilnehmen. „Solche Aussagen entbehren nicht nur fachlicher und sachlicher Kompetenz, sie lassen auch grundsätzliches demokratisches Grundverständnis missen und sind respektlos.“

„Die Argumentation hinsichtlich des (nunmehr offiziell) erfolgten Fraktionsbeitritts der Bürgermeisterin zu den Aktiven Bürgern stammt wohl aus dem Reich der Märchen und Sagen,“ schreiben die drei ehemaligen Ausschussmitglieder. Das sei hanebüchen und höchstens für einen Menschen glaubhaft, „der auch an den Nutella-Baum glaubt.“ Wahr sei jedoch, dass die Bürgermeisterin nun endlich wieder Sitzungsgelder für die Teilnahme an den Fraktionssitzungen erhält. Das allerdings sei in der Mitteilung in der Gemeindevertretersitzung nicht erwähnt worden.

Schwere Vorwürfe, mit denen sich heute abend die Mitgliederversammlung des Bündnis Wenningstedt-Braderup beschäftigen dürfte.

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erstellt am 27.Jun.2016 | 05:07 Uhr

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