Strandläufer machen den Lister Königshafen unsicher

Um die 500 Strandlaufkäfer sind auf Sylt zu Hause.  Foto: Irmler
Um die 500 Strandlaufkäfer sind auf Sylt zu Hause. Foto: Irmler

Der Strand-Sandlaufkäfer (Cicindela maritima) kommt in Schleswig-Holstein nur noch an zwei Stellen vor: auf Sylt und in St. Peter Ording

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01. September 2012, 08:10 Uhr

List | Der Strand-Sandlaufkäfer ist auf Sylt zu Hause. Und dass er sich nicht einfach so irgendwohin verpflanzen lässt, mussten jetzt die Wissenschaftler der Uni Kiel einsehen, die letztes Jahr Sylter Käfer mitgenommen haben, um sie an der Ostsee anzusiedeln. Ziel war es die Population zu stärken. Das hat aber nicht funktioniert, so Anne Evers, Nationalparkrangerin im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. "Der Strand-Sandlaufkäfer oder Cicindela maritima kommt in Schleswig-Holstein nur noch an zwei Stellen vor: in St. Peter Ording und im Lister Königshafen."

Die Insekten können nur an unberührten Stränden leben, wo der Mensch nicht hinkommt. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte man die Käfer häufig an Nord- und Ostseeküste finden. "Heute sind sie in Europa sehr gefährdet und in Deutschland akut vom Aussterben bedroht."

Der Strand-Sandlaufkäfer ist ein 10 bis 13 Millimeter langer Laufkäfer, der sich durch seine hohe Mobilität auszeichnet. Mit seinen langen Beinen ist er ein sehr guter Läufer und kann problemlos größere Strecken zurücklegen. Seine Oberfläche ist intensiv schillernd kupferfarben mit hellen Flecken. Der Strandlaufkäfer ist zwischen Ende April und Mitte September aktiv. Vor allem um die Mittagszeit läuft und fliegt er umher. Er erbeutet dann kleine Insekten und Spinnen. Nachmittags setzt in der Regel eine Ruhephase ein und der Käfer gräbt sich in eine etwa 3 Zentimeter lange Röhre im Sand ein. Diese Röhre gräbt sich der Käfer innerhalb von wenigen Minuten selbst.

In den letzten 70 Jahren sind ungenutzte Strandbereiche und Sanddünen in Deutschland um etwa 14,5 Prozent zurückgegangen. Durch diesen Lebensraumverlust sind Tierarten, die am Strand leben, sehr selten geworden. Heute liegen so gut wie alle Bereiche, an denen der Strandlaufkäfer in Deutschland vorkommt, innerhalb des Nationalparks Wattenmeer. Auf Sylt kommt der Käfer nur auf Uthörn und dem Lister Sandhaken vor. Insgesamt nimmt man für diese beiden Bereiche etwa 450 bis 570 Tiere an. Der Käfer wurde weder am Ellenbogen noch an anderen Strandabschnitten je gefunden, da diese Bereiche von Menschen genutzt werden.

Ein einzelner Käfer nutzt für die Jagd nach Insekten etwa 60 Meter Strand. Das bedeutet, dass 100 Käfer etwa ein Kilometer Strandlänge brauchen, um leben zu können.

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