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Saisonende auf der Insel : Strandkörbe auf Sylt werden ins Winterquartier gebracht

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Abschied auf Zeit: Mit Einzug des Herbstwetters endet auch die Strandkorbsaison. In sechs Wochen sollen alle Sitzmöbel von den Stränden verschwunden sein.

Die Saison neigt sich auf Sylt für die meisten ihrem Ende entgegen – nicht aber für die Strandkorb-Wärter. Für sie beginnt jetzt die arbeitsreichste Zeit: Die vielen Körbe, die Gästen und Insulanern in den Sommermonaten ein vor Wind geschütztes Plätzchen boten, müssen in ihr Winterlager gebracht werden. Ein Knochenjob, denn bevor die sperrigen Teile in Reih-und Glied im Trockenen aufgestellt werden können, müssen sie geputzt, repariert und sortiert werden. Bis Ende Oktober sollen dann alle Sitzteile von den Stränden verschwunden sein.

„Wir müssen jetzt anfangen, denn die riesigen Massen schaffen wir sonst nicht, bevor die Herbststürme losgehen“, sagt Ulrich Hoenack, Strandkorb-Oberwärter der Gemeinde Sylt. In den nächsten Wochen wird jede helfende Hand gebraucht: Viele der Strandkorb-Vermieter seien nur während der Saison auf der Insel. Bevor sie diese verlassen, müssten so viele Körbe wie möglich in die Hallen geschafft werden um sie vor winterlichen Stürmen und Salzwasser zu schützen.

Von insgesamt 3920 Körben in der gesamten Gemeinde Sylt sind schon mehr als die Hälfte abtransportiert. 2300 Sitzmöbel stehen in den Lagern in Westerland und Rantum. Dort werden die Strandkörbe mit einem Hochdruck-Reiniger abgespritzt, bevor sie nach Güte sortiert werden – eine logistische Herausforderung: Vollkommen intakte Körbe werden gleich mit einem Spezialaufzug in das obere Stockwerk der Halle gefahren und nach ihren aufgespritzten Nummern aufgestellt. Hier werden sie bis zum Frühling gelagert: „Wenn hier der letzte Korb drinsteht, passt hier kein Mensch mehr rein, so dicht stehen die Dinger“, sagt ein Strandkorb-Vermieter. Körbe mit kleinen Schäden – wie lockere oder rostige Schrauben – werden sofort repariert. Teile mit größeren Schäden, zum Beispiel einer eingerissenen Markise, kaputten oder dreckigen Sitzen sowie Graffiti, werden aussortiert und während der Wintermonate wieder in ihren Ursprungs-Zustand versetzt. Ältere Körbe werden ausrangiert und an Privatleute oder Unternehmen verkauft. Dafür werden dann für die kommende Saison neue Strandsitze besorgt.

Auch in Wennigstedt werden die insgesamt 1600 Körbe jetzt vom Strand geholt – allerdings stehen sie zunächst im Freien auf dem Campingplatz, bevor sie ins Trockene können. Diese Übergangslösung ist nötig, weil die Halle für die Strandkörbe vor rund einem Jahr komplett abgebrannt war (wir berichteten). Bis Ende Oktober soll der neue Unterstand aber fertig sein: „Das geht jetzt mit großen Schritten voran, wir sind da guter Dinge“, freut sich Ralf Jörgensen, technischer Leiter des Tourismusservice Wennigstedt-Braderup.

Rund sechs Wochen haben Strandkorb-Liebhaber noch Zeit, es sich auf den gemütlichen Streifensitzen bequem zu machen. So lange bleiben einige Körbe am Westerländer Hauptstrand, der Promemade, bei der Musikmuschel sowie unterhalb von Miramar, Beachhouse und Badezeit stehen.

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erstellt am 15.Sep.2015 | 05:48 Uhr

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