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Start der Saison : Strandkörbe auf Sylt: Warum Urlauber das Kultobjekt lieben

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

An den Sylter Stränden stehen Körbe im Wert von 97 Porsche Cayenne. Jetzt werden die Wahrzeichen der Insel wieder aus den Winterlagern geholt.

List | Sie sind das gestreifte Wahrzeichen der Insel, untrennbar mit dem langen Weststrand verbunden und Kultobjekt der insularen Gemütlichkeit: Nachdem sie den Winter eingemottet in ihren Strandkorbhallen verbrachten, werden die Sylter Strandkörbe - wie in anderen Urlaubsorten auch - derzeit nach und nach wieder an die Strände gekarrt, damit Sylter und Gäste den Blick aufs Meer aus der ersten Reihe genießen können.

8220 - das ist die imposante Gesamtzahl der Strandkörbe, die in diesem Jahr von List bis Hörnum aufgestellt werden, alleine 3950 stehen davon an den Stränden der Gemeinde Sylt. Und ein Sylter Strandkorb ist nicht gerade billig: Etwa 1000 Euro müssten die die Gemeinden für nur einen Korb berappen, wenn sie ihn einzeln kaufen würden. So stehen am gesamten Sylter Strand Sitzmöglichkeiten im Wert von über acht Millionen Euro. Zum Vergleich: Das sind etwa 97 Porsche Cayenne, sechs Wochen das Gehalt von Lionel Messi oder 500.000 Kaiserschmarrn in der Sansibar.

Teuer ist das Sylter Wahrzeichen vor allem, weil es qualitativ sehr hochwertig verarbeitet werden muss, um den Belastungen auf der Insel standzuhalten. „Der Unterschied zwischen unseren Strandkörben und denen, die man im Baumarkt schon für 300 Euro bekommt, ist riesig“, sagt Ulrich Hoenack, Strandkorb-Oberwärter der Gemeinde Sylt. „Ein Korb aus dem Baumarkt würde bei uns nicht ein Jahr überleben. Unsere halten zehn Jahre, werden dann verkauft und halten nochmal zehn Jahre“, weiß Hoenack. Denn die Sylter Körbe werden im Laufe ihrer Zeit auf der Insel viel transportiert, bekommen viel Möwenschiss ab und geben zahlreichen Gästen ein windgeschütztes Plätzchen. „Bei dieser Belastung muss jede Schraube sitzen“, sagt der Strandkorb-Oberwärter.

Trotz guter Qualität gibt es immer am Ende einer Saison einen gewissen Schwund. „Viele sind kaputt und müssen repariert werden“, sagt Hoenack, „und etwa 10 Prozent müssen schließlich verkauft werden.“

Die Qualität der Sylter Strandkörbe wird von den Gästen geschätzt. Klaus Kirchheim und Martina Laschke aus Hannover sind regelmäßige Sylt-Urlauber und können sich ein Entspannen am Strand schon gar nicht mehr ohne die blau-weißen Strandmöbel vorstellen. „Vor allem an der Ostsee sind die Strandkörbe lang nicht so gut wie hier“, sagt Kirchheim, „auf Sylt sind sie immer überarbeitet, die Scharniere funktionieren, und sie sehen wie neu aus.“

Dass die Strandkörbe beliebt sind, zeigen auch die Vorausbuchungen. Seit dem 1. Dezember können Körbe für das Jahr 2016 reserviert werden und bisher sind bereits 2600 Vorbuchungen beim Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) eingegangen. „Viele Urlauber, aber auch Appartment-Vermieter reservieren schon im Winter ihren Korb für den Sommer“, erklärt Ulrich Hoenack, „eigentlich gehen bei uns pausenlos Buchungen ein, besonders beliebt ist der Hauptabschnitt zwischen Friesischer Straße und Himmelsleiter.“ Dort stehen pro Abschnitt etwa 400 Körbe, teilweise sogar in Siebener-Reihen. „In den Nebenabschnitten lichten sich die Korbreihen dann“, sagt Hoenack, „aber viele Leute mögen einfach den Trubel am Hauptstrand.“

Wer seinen Korb dann doch lieber an einem einsamen Ort stehen haben möchte, kann sich in List für eine Mindestmietdauer von zehn Tagen und einmaligen 25 Euro den Strandkorb genau an den Platz stellen lassen, wo man ihn gerne hätte. Ein Service, der bei den Lister Urlaubern gerne angenommen wird, wie Boris Ziegler, Kurdirektor im Inselnorden, erzählt: „Wir haben 18,5 Kilometer Strand zur Verfügung“, so der Touristiker, „da findet jeder noch ein einsames Örtchen für seinen Korb.“

Generell richten sich die Gemeinden beim Aufstellen der Körbe nach Wetter und Nachfrage, allerdings haben sie, wenn das Wetter schön bleibt und die Gäste weiter so zahlreich auf die Insel kommen, in den nächsten Wochen viel zu tun, denn bisher stehen an den Stränden von Süd nach Nord erst 849 Exemplare. „Erfahrungsgemäß wird es nach Ostern wieder ruhiger auf der Insel. Wir werden daher vermutlich erst ab Mitte April weitere Körbe rausstellen“, sagt Hoenack.

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erstellt am 04.Apr.2016 | 05:51 Uhr

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