SH:z-Aktion: : Stimmgewaltige Feierstunde für „Menschen des Jahres“

Applaus für Horst Henningsen (re.) von seinem Sylter Shanty-Chor für die Auszeichnung zum „Menschen des Jahres“, die er von Chefredakteur Michael Stitz überreicht bekam.
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Applaus für Horst Henningsen (re.) von seinem Sylter Shanty-Chor für die Auszeichnung zum „Menschen des Jahres“, die er von Chefredakteur Michael Stitz überreicht bekam.

Sylter Shanty-Chor sorgte bei Gosch in List für seemännische Atmosphäre bei der Urkunden-Übergabe / Große Beteiligung an der Aktion

shz.de von
12. Januar 2018, 04:34 Uhr

„Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind der Kitt unserer Gesellschaft“, sagte Michael Stitz, Chefredakteur der Sylter Rundschau, zu Beginn der feierlichen Urkunden-Übergabe der sh:z-Aktion „Menschen des Jahres“, um gleich hinzuzufügen, „dass wir sie oft gar nicht so richtig wahrnehmen, da viele von ihnen sich nicht in den Vordergrund drängen und wenn man sie anspricht, als eher bescheiden und öffentlichkeitsscheu erweisen.“ Auch diejenigen, die sich 2017 als Kandidaten an der Aktion „Menschen des Jahres“ beteiligt haben, „mussten wir überreden, weil sie als erste Reaktion eher Abwehr als Zustimmung signalisierten.“

Doch mit Maren Jessen, deren Engagement durch die publizistische Aktion der Zeitung ebenso beleuchtet wurde wie die Arbeit von Helge Jansen für den Sylter Küstenschutz und den Einsatz von Horst Henningsen als Leiter des Sylter Shanty Chors, wurden schließlich drei herausragende Sylter Kandidaten gefunden.

„Wir bedanken uns bei Ihnen allen, dass sie sich unseren Lesern zur Wahl gestellt haben“, betonte Michael Stitz. „Die sehr hohe Beteiligung unserer Leser an der Aktion zeigt zum einen, wie sehr die Menschen das Engagement und die ehrenamtliche Arbeit, die Sie leisten, zu würdigen wissen, es zeigt aber auch, wie sehr wir als Zeitung wahrgenommen werden. Sie hören ja immer wieder vom Zeitungssterben - glauben Sie es nicht, unsere Zahlen belegen, wie lebendig und präsent wir sind.“

Wie lebendig und fröhlich ein Abend werden kann, an dem der Sylter Shanty Chor auftritt, wurde schon beim ersten Lied des rund 30 Mann starken Klangkörpers hörbar. Der nicht nur auf der Insel sehr beliebte Chor war geschlossen in das Gosch-Restaurant „Knurrhahn“ am Lister Hafen gekommen, um seinem Leiter Horst Henningsen für die Auszeichnung zum „Menschen des Jahres“ zu gratulieren. Der 73-Jährige war von den Lesern der Sylter Rundschau mit klarer Mehrheit für diese Auszeichnung gewählt. Weit über 2 000 Stimmen waren insgesamt abgegeben worden.

Als Jürgen Gosch von der Ehrung für den Shanty-Chor-Leiter las, hatte er sich spontan bereiterklärt, die Feierstunde in seinem Restaurant auszurichten. „Ich singe selbst sehr gern und hab’ ne Riesenfreude an den Liedern des Chors“, sagte Jürgen Gosch schon mit Vorfreude auf den Abend. Doch leider erwischte den Shanty-Fan schon Anfang der Woche ein schwerer grippaler Infekt und der Arzt verbot ihm, sich aus dem Bett zu bewegen. „Er findet es echt schade, aber wünscht allen viel Spaß und guten Appetit“, übermittelten die Gosch-Mitarbeiter an die Festgesellschaft, zu der auch einige Rundschau-Leser gehörten. Sie hatten sich – wie sehr viele andere auch – um eine Teilnahme beworben. Das Los hatte schließlich entschieden, welche zehn Leser eingeladen wurden.

„Ja, auch ich war zunächst skeptisch als die Zeitung bei mir anrief, um mich zu fragen, ob ich mich als Kandidat aufstellen lassen würde“, bekannte Horst Henningsen bei der Urkunden-Übergabe. Seit 40 Jahren leitet der Sylter den Shanty Chor. „Dass ich diese Aufgabe so ausüben konnte, verdanke ich in erster Linie meiner Frau, die dadurch sehr oft auf mich verzichten musste.“ Sein Chor nahm die Gelegenheit auch wahr, um sich bei Henningsens Gattin ebenso zu bedanken wie bei ihm „als markigen Chorleiter, der immer das Beste aus uns rausholt.“

„Zum Menschen des Jahres gewählt zu werden, empfinde ich als Ehre, die mich sehr freut, weil ich gespürt habe, wie vielen Menschen unsere Chorarbeit etwas bedeutet“. Horst Henningsen erzählte aber auch im Gespräch mit Michael Stitz, dass er sehr unter dem Nachwuchsmangel leidet, der „eines Tages auch dazu führen kann, dass es den Chor so nicht mehr gibt. Was sehr, sehr traurig wäre!“

„Menschen des Jahres“ will kein Wettbewerb mit Siegern und Verlierern sein, sondern das Ehrenamt, für das alle Kandidaten der Aktion stehen, in den Fokus bringen. Auch wenn es am Ende einen Kandidaten gibt, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt, werden auch die anderen geehrt. So auch am Mittwochabend Maren Jessen und Helge Jansen. Frau Jessen erzählte, dass auch sie zunächst skeptisch war, „aber dann habe ich durch die Zeitungsaktion so viel positive Resonanz und Ermutigung für meine Arbeit bekommen, dass es mich wieder richtig motiviert hat.“ So schildert auch Helge Jansen die Reaktionen auf seine Kandidatur. Leider konnte er aus terminlichen Gründen nicht bei der Feierstunde in List dabei sein.

Das Fehlen von Jürgen Gosch als Sponsor des Abends bedauerten natürlich viele Gäste. „Vielleicht hätte er sogar auch etwas für uns gesungen“, glaubte Michael Stitz. „Auf jeden Fall wünschen wir ihm gute und schnelle Genesung und bedanken uns sehr herzlich für seine großzügige Gastgeberschaft!“

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