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Kultur auf Sylt : Stille, Nachdenklichkeit und Erfüllung

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Pianist Mark Spence begeisterte in der Galerie Sprotte mit starkem Einfühlungsvermögen und großer Hingabe

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2015 | 05:30 Uhr

Es gibt sie noch, diese Abende auf Sylt mit ihren Veranstaltungen der ganz besonderen Art. Sie kommen keineswegs marktschreierisch daher, haben verlässliche, nach außen hin kaum in Erscheinung tretende Förderer und Akteure – und sind in ihrer (Aus-)Wirkung auf die Besucher von hohem Rang. Eröffnen sie doch Dimensionen der Stille, Nachdenklichkeit und Erfüllung, die dem Leben Tiefgang verleihen. Und die in all „der Wirrnis dieser Zeit“ somit helfen zu leben.

Darum muss hier jetzt die Rede sein von dem Atelierkonzert des südafrikanischen Pianisten Mark Spence am vergangenen Freitagabend in den gediegenen, von Kerzenlicht illuminierten und bis auf den letzten Platz – trotz des parallel dazu laufenden Fußballländerspiels – besetzten Räumen von Falkenstern Fine Art in der Kampener Galerie Sprotte.

Der 27-Jährige ist auf Sylt mittlerweile kein Unbekannter mehr, auch dank des Einsatzes seiner, anlässlich einer Südafrika-Reise mit ihm bekannt gewordenen Förderin Dorothee Windfuhr. Ihr Engagement ermöglichte Mark Spence Auftritte sowohl beim Kampener Musiksommer als auch im Atelier Sprotte und begründeten hier auf der Insel seinen Ruf als anerkannter Interpret klassischer Werke der Klaviermusik. Nicht von ungefähr ist der aus Kapstadt Gebürtige in seiner Heimat sowohl Stipendiat als auch Preisträger musikalischer Wettbewerbe sowie ein gefragter Pianist.

Der Abend im Atelier Sprotte schien sich programmatisch dem beginnenden Herbst mit seiner dieser Jahreszeit inne wohnenden Melancholie zu öffnen. So mit Bachs „Chaconne“, dieser an rhythmischen, melodischen und klanglichen Spannungen reichen Komposition. Sie entfaltete teils düster, teils voller Leidenschaft ihre Wirkung auf die versunken lauschenden Besucher. Johann Sebastian Bach hatte sie anlässlich des Todes seiner ersten Ehefrau geschaffen. Kompositionen in der Moll-Tonart bestimmten auch das weitere Programm, etwa mit Chopins „Scherzo b-Moll“ oder zwei Beethoven-Sonaten: „Mondschein“ und „Appassionate“.

Dem kräftigen Applaus folgten als Zugaben zwei Präludien von Sergei Rachmaninow sowie Franz Liszts „Consolations“. Spielerisch mit starkem Einfühlungsvermögen und einer Hingabe zu Gehör gebracht, dass manchem Besucher gerade dieses Liszt-Stück als der eigentliche Höhepunkt des Konzertes schlechthin galt. Wie verzaubert schienen da die Gäste, und es brauchte anschließend durchaus einige Zeit, ehe sich die Stille zu lösen begann. Welch ein erfüllender Abend!

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