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Bangen im Inselnorden : Steht Lister Schwimmhalle vor dem Aus?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Sportbecken der Sylter Welle in Westerland wird früher fertig als erwartet. Ob dann noch Badegäste in den Inselnorden fahren ist unklar.

Steht die Lister Schwimmhalle vor dem Aus, weil bereits ab Frühjahr 2016 immer weniger Vereine, Schulen und Verbände zu Training, Unterricht oder Kursen in den Inselnorden fahren werden? Das ist zumindest zu befürchten, denn mit der Fertigstellung des neuen Sportbeckens der Sylter Welle wird deutlich früher gerechnet als bisher erwartet. Einen Eröffnungstermin für den Anbau des Westerländer Freizeitbades bereits Ende dieses Jahr bestätigten sowohl Peter Schnittgard, Bürgervorsteher und Vorsitzender des Sport- und Schulausschusses der Gemeinde Sylt, als auch Bürgermeister Nikolas Häckel.

Bei einem Treffen von Verwaltung und Politik der Gemeinde sowie Vertretern von Vereinen, Verbänden und Schulen beim Insel Sylt Sylt Tourismus Service (ISTS) Ende vergangener Woche sei es „übereinstimmender Tenor fast aller Anwesenden“ gewesen, so bald wie möglich das neue Sportbecken der Sylter Welle zu nutzen statt die Schwimmhalle auf dem NCS-Gelände, so Schnittgard. „In List muss jetzt überlegt werden, wie es dort weitergehen kann. Denn doppelt nutzen kostet doppelt Geld“, sagte der Bürgervorsteher. Nikolas Häckel wollte sich dazu gegenüber der Sylter Rundschau nicht äußern: Bei dem Treffen mit dem ISTS sei es ausschließlich um Belegzeiten und Nutzungsformen am Standort Westerland gegangen. „Es war ein sehr konstruktives Gespräch. Weitestgehend konnten alle Wünsche untergebracht werden“, erklärte der Bürgermeister mit Verweis auf Bedenken, die Schulleiter, aber auch Gemeindevertreter in der Sitzung des Fachausschusses geäußert hatten. Auch Peter Schnittgard sagte, Schwerpunkte der Gesprächsrunde seien die Anzahl der nutzbaren Bahnen und Zeitfenster, die Klärung von terminlichen Überschneidungen sowie das verträgliche Nebeneinander von insularer und touristische Nutzung gewesen. Der Bürgervorsteher erklärte, er sei „überaus dankbar und zufrieden“, dass strategisch alles geklärt werden konnte. „Es herrschte große Einigkeit in allen Bereichen, untereinander und auch mit dem ISTS.“

In List jedoch dürfte diese Einigkeit für wenig Freude sorgen: Unabhängig vom Bau des neuen Sportbeckens in der Sylter Welle hatten sich alle Inselgemeinden darauf verständigt, ein Gutachten zum Zustand der Schwimmhalle auf dem NCS-Gelände in Auftrag zu geben. Diese Bestandsbewertung liege mittlerweile vor, teilte Wolfgang Strenger vergangene Woche im Amtsausschuss mit. Zu genaueren Details des Gutachtens wollte sich der Bürgermeister des nördlichsten Inselortes zwar nicht äußern, sagte jedoch mit großem Ernst: „Es ist völlig klar, dass List das nicht alleine weiterführen kann. Wir müssen uns unter Umständen auf eine völlige Einstellung des Schwimmbetriebes dort vorbereiten.“

Allerdings kündigte Strenger an, gemeinsam mit seinem Nachfolger Ronald Benck mit dem Eigentümer der Lister Schwimmhalle, der Nordsee College Sylt (NCS) GmbH, Gespräche über eine Reduzierung oder sogar über einen Verzicht auf die Zahlung der Pacht zu verhandeln. „Immerhin müssen wir für die Nutzung mehr als 50  000 Euro im Jahr zahlen. Das ist schon eine stolze Summe“, betonte auch Gemeindevertreter Manfred Koch. Wünschenswert wäre es, dass für den Erhalt der Schwimmhalle künftig lediglich Betriebskosten gezahlt werden müssten, sagte Ronald Benck.

Ob dieses Ziel in den Verhandlungen mit NCS tatsächlich erreicht werden kann, soll möglichst kurzfristig geklärt werden, so Bürgermeister Strenger. Doch selbst der Erfolg dieser finanziellen Einigung ist noch keine Garantie dafür, dass sich in den kommenden Jahren genug Interessenten finden, die zum Schwimmen weiterhin bis in den Inselnorden fahren wollen ...

 

 

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erstellt am 01.Sep.2015 | 06:12 Uhr

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