Inselkultur : Start zu acht Wochen Varietékunst

Zum Finale der dreistündigen Auftaktshow kamen noch einmal alle Musiker und Künstler auf die Bühne. Fotos: Syltpicture, rhe
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Zum Finale der dreistündigen Auftaktshow kamen noch einmal alle Musiker und Künstler auf die Bühne.

Moderator Piet Klocke und Showgäste eröffneten die 25. Meerkabarett-Saison in der Abfüllhalle der Rantumer Sylt-Quelle

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18. Juli 2018, 05:49 Uhr

Sommer auf Sylt, das ist traditionell die Zeit für das Meerkabarett. Am Montag Abend war Auftakt zur 25. Saison des erfolgreichen Kleinkunstfestivals. Dort, wo sonst das Mineralwasser der Rantumer Sylt-Quelle abgefüllt wird, bekamen 600 Gäste einen Vorgeschmack auf das achtwöchige Programm des Meerkabaretts 2018 – knapp drei Stunden prall gefüllt mit einem bunten Varietéprogramm.

„Wer hätte gedacht, dass am 18. Juli 1994 mit dem ersten Meerkabarett so etwas besonderes entstehen würde?“, fragte Veranstalter Joachim Wussow bei der Begrüßung. Damals fand die Show in einem Zirkuszelt in Wenningstedt statt, ab 1995 am Flughafens und seit 2007 in der Abfüllhalle der Rantumer Sylt-Quelle. „Waren es 1994 15 Künstler, die meist für zwei oder drei Tage nach Sylt kamen, präsentieren wir dieses Jahr über 45 verschiedene Programme“, erklärte Wussow nicht ohne Stolz. Im vergangenen Jahr kam noch der Friesensaal als Veranstaltungsort hinzu. In diesem Jahr finden dort 15 kleinere Veranstaltungen des Meerkabaretts statt. Die beiden großen Openairs mit Anastacia und Max Giesinger werden in List ausgetragen.

Tradition hat schon der Auftritt von Piet Klocke (60), der die Gäste durch die Auftaktshow führte: „Ich habe das ganze Jahr zuhause, teilweise gezittert, und dachte, mein Gott, wann sieht man sich endlich mal wieder und jetzt ist es ja so weit und das finde ich auch schön.“ Der Bremer Komiker ist ein Meister des unvollendeten Satzes. In seiner gespielten Zerstreutheit greift er aktuelle Themen auf und wirft doch eigentlich nur mit Floskeln um sich – das Publikum liebt seine charmante und oft geniale Darbietung.

„Wenn bei Capri die rote Sonne...“ – Chansonnier Tim Fischer (45) interpretierte den Rudi-Schuricke-Schlager auf ganz eigene Weise, am Piano begleitet von Thomas Dörschel. „Flötenmann“ Gabor Vosteen beeindruckte das Publikum mit seiner Kunst, bis zu fünf Blockflöten auf einmal zu spielen. Für ein rockiges Zwischenspiel sorgte die Sylter Band „You’ll Be Mine“ aus Adrian Vinzenz Dahlkamp (Bass), Kim Reichart (Gesang und Gitarre), Pavel Stanev (Schlagzeug) und Tom Schwichtenberg (Gesang), die im Februar den Henner-Krogh-Förderpreis gewonnen hatte.

Umjubelter komödiantischer Höhepunkt war der Auftritt von „Emmi und Willnowsky“. Die beiden Hamburger Christian Willner und Christoph Dompke spielen die Kammersängerin und den sowjetischen Pianisten, die als altes Ehepaar nur noch Witze über den anderen machen – zum Brüllen komisch. Spätestens bei ihrem Lied „Wir hassen die Deutsche Bahn“ hatten sie das Sylter Publikum auf ihrer Seite.

Wer „Emmi und Willnowsky“ und die anderen Showgäste einen ganzen Abend erleben möchte, wird im Programm des Meerkabaretts 2018 fündig. Der Vorgeschmack am Montag war schon mal sehr vielversprechend: Es wird ein unterhaltsamer Sommer.


www.meerkabarett.de

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