Stapellauf der Arche Wattenmeer

Rund 150 geladene Gäste verfolgten gestern die Eröffnung der Ausstellung 'Arche Wattenmeer' in  Hörnum.   Foto: syltpicture
Rund 150 geladene Gäste verfolgten gestern die Eröffnung der Ausstellung "Arche Wattenmeer" in Hörnum. Foto: syltpicture

Mit kirchlichem Segen wurde gestern die Nordsee-Ausstellung der Schutzstation Wattenmeer in der ehemaligen Hörnumer St.-Josef-Kirche eröffnet

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04. Juli 2013, 03:59 Uhr

Hörnum | Wo früher ein Altar, Taufbecken und Kirchenbänke standen, können sich Besucher ab heute spielerisch über den Naturraum Wattenmeer informieren: Nach vier Jahren Planung und Kosten von einer Million Euro, wurde die Ausstellung "Arche Wattenmeer" gestern eröffnet. In der ehemaligen katholischen Kirche St. Josef hatten sich rund 150 geladene Gäste versammelt, um die Einweihung der modernen Meeres-Schau zu feiern. "Diese Einrichtung ist einzigartig im gesamten Nationalpark Wattenmeer", sagte der Leiter der Nationalparkverwaltung Dr. Detlef Hansen. Der Beamte vertrat an diesem Tag Ministerpräsidenten Torsten Albig. Der Regierungschef wollte ursprünglich selber in Hörnum sprechen, hatte seinen Besuch jedoch kurzfristig wegen "Termindrucks" absagen müssen.

Auf rund 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche erwartet die Besucher zukünftig ein informativer Mix aus Schautafeln, Präparaten und Natur zum Anfassen. Sichtbares Zentrum der Ausstellung ist die raumgreifende Holzarche, die auf die Vielfalt des Lebens in der Nordsee verweisen soll. "Unser neues Nationalparkhaus steht ganz unter dem Leitbild, Schöpfung bewahren, Verantwortung übernehmen", sagte der Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer Harald Förster. Der Sylter Standort sei ideal, um Verständnis für die Schutzwürdigkeit des Lebensraums Wattenmeer zu wecken. Bischofsvertreter Gothart Magaard, der die Ökumenische Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit vertrat, hob dieses Anliegen noch deutlicher hervor: "Wir müssen lernen und begreifen, dass Umweltkrise und Klimawandel auch in unserem Nahraum stattfinden."

Bevor die Ausstellung in das ehemalige Gotteshaus einziehen konnte, musste die katholische Kirche einer Profanierung der 1962 gesegneten Kirche einwilligen. Schließlich habe man "am 28. Februar 2008 schweren Herzens die Bitte zur Entwidmung an den Erzbischof gerichtet", erinnerte sich Pfarrer Dr. Ulrich Hoppe aus der katholischen Pfarrei St. Christophorus in Westerland. Erst danach kam die Idee einer Zusammenarbeit mit der Schutzstation ins Rollen.

Hörnums Bürgermeister Rolf Speth dankte Pfarrer Dr. Hoppe in seiner Rede gestern ausdrücklich für seine "Begeisterungsfähigkeit" und "Unterstützung" während der Entwicklung der Ausstellungsidee. Zudem sei der Beschluss für die Arche-Wattenmeer in der Gemeindevertretung daraufhin einstimmig gefallen - "ein echtes Novum für uns in Hörnum", sagte Speth. Auch Erzbischof Dr. Werner Thissen unterstrich in seiner Ansprache, welche Freude es für die Kirche bedeute, dass diese "Vision für Hörnum" nun erfüllt sei. Die Ausstellung sei sehr im Sinne der Kirche, denn "die Bibel ist voll von Lobpreis der Schöpfung".

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