Ausstellung auf Sylt : Stahlbildhauer Wolf kehrt zurück

Mit einem Kran-LKW wurde Wolfs Skulptur in den Inselsüden gebracht.
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Mit einem Kran-LKW wurde Wolfs Skulptur in den Inselsüden gebracht.

Der Künstler stellt seine Werke im Hotel Budersand aus und wird unter dem Namen „Seezeichen“ eine neue Skulptur schaffen.

shz.de von
16. Juni 2014, 12:00 Uhr

Vom 19. bis 26. Juli zeigt der Stahlbildhauer Wolf sein Werk „Strandgut“ im Budersand Hotel – Golf & Spa – Sylt. Was er im Februar als „Destination Art Projekt“ direkt an der Küste Sylts realisierte, wird mit einer Trilogie aus Skulptur, Film und Fotografie präsentiert. Aufnahmen seines „Strandguts“ – einer großen Holz-Stahl-Kugel, die er am Strand geschaffen und dem Meer übergeben hatte – erwarten die Gäste. Zudem werden weitere Skulpturen aus seinem Zyklus „The Missing Piece“ im Hotel zu sehen sein. Während der Ausstellungswoche wird der Künstler außerdem eine neue Skulptur aus Feuer und Eisen entstehen lassen.

Wolf brachte Ende letzter Woche seine Skulptur „Die Sehnsucht“ nach Hörnum. Das knapp acht Tonnen schwere Kunstwerk, das aus 49 Einzelteilen besteht, war dazu eigens auf einen Kran-LKW verstaut worden.

Menschliche Schaffenskraft, das Werden und Vergehen insbesondere unter den einwirkenden Naturkräften sind ein zentrales Thema von Künstler Wolf. Im Verlauf der Arbeiten an der Kugel „Strandgut“ entstand ein Dokumentarfilm – „Destination Art Projekt“ unter der künstlerischen Leitung von Regisseur Ulfert Becker – der zur Vernissage am 19. Juli gezeigt wird. Gleichzeitig werden Schwarz-Weiß-Fotografien von Thomas Klewar sowie „making-off“-Bilder der Fotografin Jana Ebert ausgestellt, die das Entstehen von „Strandgut“ ebenfalls dokumentieren. Stahlbildhauer Wolf hatte Anfang des Jahres in einem roten Zelt am Strand gelebt (die Sylter Rundschau berichtete) und schmiedete dort direkt am Wasser lange Nägel. Mit ihnen befestigte er Blechstreifen um eine riesige Holzkugel – eine Technik, mit der schon zu Odysseus Zeiten Holzschiffe seetüchtig gemacht wurden. Dann überließ er sein Werk der See – wie eine Art Flaschenpost, sagt der Künstler selbst, „eine Botschaft für Fremde in einem anderen Jahrhundert oder an einer anderen Küste. Mit Kunstwerken kommunizieren die Menschen miteinander über die Zeit.“

Bis zur Finissage am 26. Juli wird Wolf selbst mit Diashows und Vorträgen durch sein Werk führen, Fragen nach der Auseinandersetzung mit Naturgewalten und den Grenzen technischer Beherrschbarkeit erörtern und die „Ritualisierung von Werkzeug“ thematisieren. Am 24. und 25. Juli wird Wolf dann auf der Mole vor dem Hotel Budersand die Skulptur „Seezeichen“ kreieren – erneut die spannende Verbindung von Land Art, Skulptur und Aktionskunst.


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