Seilbahn für Hamburg : Stage-Konkurrent kontert mit Entwurf

Der Kampf um die Elbe-Seilbahn - nachdem die Stage Entertainment am Montag nochmals für ihre St. Pauli-Route geworben hatte, folgt prompt der Konter des Konkurrenten.

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19. Juni 2013, 09:43 Uhr

Hamburg | Die Südtiroler Leitner AG zweifelt an der Glaubwürdigkeit einer von Stage präsentierten Bürgerumfrage. Den Befragten sei vorab ein Werbevideo der Musical-Seilbahn gezeigt worden, kritisierte Leitner-Projektleiter Gerold Siller gestern. "Eine unprofessionelle Beeinflussung." Fragwürdig sei zudem, dass der Musical-Konzern Bewohner der nicht betroffenen Stadtteile Schanzenviertel und Neustadt einbezogen habe.
Wie berichtet, hatten in der repräsentativen Erhebung exakt 50 Prozent aller Befragten die umstrittene Gondelstrecke vom Millerntor (St. Pauli) nach Steinwerder befürwortet und nur ein Drittel abgelehnt. Die Verfechter der Trasse sehen damit das Argument widerlegt, ein Großteil der Bevölkerung auf St. Pauli sträube sich gegen die Belastung durch eine zusätzliche Tourismusattraktion. Erbost zeigte sich Siller von der Behauptung, die von Leitner geplante Route (Hafencity-Steinwerder) sei aus Gründen der Sicherheit überhaupt nicht genehmigungsfähig und daher für Hamburgs Wirtschaft "indiskutabel". Ein Gutachten belege, dass ein Überfliegen von Hafenanlagen keine Gefahr darstelle. "Die Parteinahme von Schmidt-Trenz vermag der Leitner-Projektverantwortliche nicht nachzuvollziehen. Diese Einseitigkeit der Handelskammer überrascht uns sehr."
Ob Hamburg eine Seilbahn über die Elbe erhält, und wenn ja, auf welcher Route, wird am Donnerstag bei einem Spitzengespräch unter Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) im Rathaus erörtert.

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