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Gemeindewahl : Stärkste Kraft: Jubel bei der SWG

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Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Ende. Letztlich landete die SWG mit 32,5 Prozent der Stimmen hauchdünn vor der CDU (31,3 Prozent). Mit jeweils neun Vertretern ziehen die beiden Parteien in das erste Parlament der neuen Gemeinde Sylt ein. Mit 51,3 Prozent machte immerhin gut jeder 2. Wahlberechtigte von seinem Stimmrecht Gebrauch.

Sylt | Als die SWG erstmals an der CDU vorbei zog, klatschte ein junger Mann mit Namen Kerkamm begeistert in die Hände: Casian, 19 Monate alt und Sohn des souverän (159 von 360 Stimmen) wieder in die Gemeindevertretung eingezogenen CDU-Kandidaten Carsten Kerkamm hatte sich vom Beifall der SWG-Getreuen anstecken lassen und schlug im Sitzungssaal des Rathauses fröhlich die Händchen zusammen - bis sein Vater ihn lachend auf den Arm nahm: "Da sollst Du doch nicht klatschen!"
"In Westerland nicht zu schlagen"

Tatsächlich machte sich heute Abend nach Auszählung aller Stimmen auf Seiten der CDU-Vertreter eine gewisse Ernüchterung breit: Zwar sei die Partei "in Westerland nicht zu schlagen" und gewann acht der neun Wahlkreise direkt. Insgesamt aber half ihr das wenig: Mit 32,5 zu 31,3 Prozent der Stimmen wurde die SWG stärkste Kraft.

Nach Köpfen verteilt ergibt sich allerdings ein Gleichstand: CDU und SWG ziehen mit je neun Vertretern in das erste Parlament der neuen Kommune Sylt ein.
SWG holte über Verhältnisausgleich auf

Während der Auszählung hatten sich Partei und Wählergemeinschaft ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert: Die CDU gewann insgesamt neun der 15 Direktmandate, das aber häufig nur knapp. Bestes Beispiel: Tinnum, wo SWG-Bewerber Kai Puck nur zehn Stimmen weniger als Manfred Uekermann von der CDU erhielt. Über den Verhältnisausgleich (errechnet sich aus allen für eine Partei abgegebenen Stimmen) konnte die SWG so aufholen.

Ein Erfolg, der die Wählergemeinschaft wieder überraschte. Ihr Vorsitzender Jörg Ipsen und der bisherige Fraktionsvorsitzende Sönke Hansen: "Wir haben uns zwar gewünscht, dass wir stärkste Fraktion werden, aber gerechnet hatten wir damit nicht." Aussagen, die an die Wahl aus dem vergangenen Mai erinnern, als die SWG in Sylt-Ost wohl noch etwas Überraschender stärkste Fraktion wurde. Und auch diesmal kamen die Stimmen vor allem aus den Ost-Dörfern, wo beispielsweise Mario Pennino (241 Stimmen), Sönke Hansen (204) und Dirk Ipsen (186) jeweils mehr als doppelt so viele Wähler für sich gewinnen konnten, als die CDU-Kandidaten.
SPD abgeschlagen auf Platz drei

Unzufrieden muss auch die SPD sein: Sie wollte zweitstärkste Kraft im Rathaus werden, landete mit 17,5 Prozent (5 Sitze) aber abgeschlagen auf dem dritten Platz. Zum Vergleich: Im Mai 2008 holte sie in Westerland noch 20,1 und in Sylt-Ost 15,49 Prozent.

Die Grünen, die in Sylt-Ost bisher gar nicht angetreten waren, kommen im neuen Parlament wie bisher in Westerland auf zwei Vertreter. Der SSW verlor leicht: Mit 11,3 Prozent (im Mai waren es in Sylt-Ost 12,2 und in Westerland 12,5 Prozent) stellt die dänische Minderheit drei Gemeindevertreter.

Ergebnis:
SWG: 32,5 Prozent (2163 Stimmen); CDU: 31,3 Prozent (2078 Stimmen); SPD: 17,5 Prozent (1161 Stimmen); SSW 11,3 Prozent (754 Stimmen); Grüne: 7,4 Prozent (491 Stimmen)

Kommentar von Jörg Christiansen
Zwei kluge Entscheidungen
Die 6731 Bürger der Gemeinde Sylt, die heute an die Wahlurne gingen, haben zwei kluge Entscheidungen getroffen. Mit überwältigender Mehrheit haben sie Petra Reiber das Vertrauen ausgesprochen, die fusionierte Inselverwaltung genauso kompetent und effizient zu leiten, wie es ihr fast 18 Jahre lang mit der Westerländer Stadtverwaltung gelungen ist. Ein Pfund, gegen das keiner ihrer Gegenkandidaten etwas entgegensetzen konnte.
Auch bei der Machtverteilung in der neuen Gemeindevertretung haben die Wähler ein für die Gemeinde gutes Ergebnis produziert, in dem sie keiner der Parteien eine Mehrheit verschafften. Jetzt gilt es nämlich, für alle Entscheidungen politische Mehrheiten über die Partei- und Ortsgrenzen hinaus hinaus zu suchen und zu finden. Gerade SWG und CDU sind jetzt gefordert, den Wahlkampf-Worten auch möglichst gemeinsam Taten folgen zu lassen.
Und die Messlatte liegt hoch: Die Bürger erwarten von Politik wie auch Verwaltung vor allem die deutliche Verbesserung des Umfeldes der Menschen, die hier leben. Das fängt beim Wohnraum an und hört bei den Schulen noch lange nicht auf.

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erstellt am 30.Mär.2009 | 08:52 Uhr

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