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Dünenbereich Dikjen Deel : Stacheldraht gegen Schwulentreff in Sylter Dünen

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylt mach Ernst: Der Dünenberiech Dikjen Deel ist jetzt mit Stacheldraht abgesperrt, um die Landschaft zu schützen. Kritiker werfen der Insel vor, unter dem Deckmantel des Naturschutzes einen beliebten Schwulentreff zu schließen.

Sylt | Vollzug in Sachen Dikjen Deel: Der Umweltausschuss der Gemeinde Sylt hat in seiner jüngsten Sitzung positiv über eine Satzung für das Dünengebiet zwischen dem Restaurant Oase zur Sonne und Jugendherberge entschieden. Durch sie soll die Gegend zum sogenannten geschützten Landschaftsbestandteil erklärt werden, in dem es unter anderem verboten ist, die gekennzeichneten Wege zu verlassen, zu zelten oder sich in die Dünen zu legen.

Als Begründung argumentiert das Umweltamt damit, dass sich dort immer mehr Menschen aufhalten würden: „Zahlreiche Trampelpfade sind entstanden, Sandkuhlen vergrößern sich und verursachen Windrisse in den Dünen, zunehmendes Müllvorkommen wurde festgestellt.“

Auch wenn diese Satzung noch von der Gemeindevertretung abgesegnet werden muss, ist es schon jetzt deutlich schwerer geworden, das Dünengebiet zu betreten: Frisch errichtete Stacheldrahtzäune sperren das Dünengebiet im Süden Westerlands ab. Dass damit ein bekannter Treffpunkt der Schwulenszene, die sich seit Jahrzehnten in den Dünen trifft, abgeschafft wird, dazu äußerte sich in der Sitzung keines der Ausschussmitglieder. Es ist nicht das erste Mal, dass auf der Insel versucht wurde, gegen den Treffpunkt vorzugehen: So patroullierten schon Mitte der 70er-Jahre Polizisten in Zivil durch die Dünenlandschaft, um dem dortigen Treiben Einhalt zu gebieten. Auch heute unterstütze die örtliche Polizei neben Organisationen wie dem Insel Sylt Tourismus-Service die „Beruhigung“ von Dikjen Deel, heißt es in einer Vorlage des Umweltamts.

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erstellt am 17.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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