50 Jahre Morsumer Golfclub : Springers Tricks beim Golfen auf Sylt

Der Verleger Axel Springer war ein wesentlicher Motor für die Gründung des Golfclubs Morsum.
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Der Verleger Axel Springer war ein wesentlicher Motor für die Gründung des Golfclubs Morsum.

Verleger Axel Springer hatte außergewöhnliche Sonderrechte auf dem Morsumer Golfplatz.

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29. Dezember 2014, 05:37 Uhr

Einlochen zwischen Wiesen und Watt: Der Golfplatz im äußersten Osten der Insel ist eine grüne Idylle. Genau 50 Jahre ist es her, dass das Projekt Golfplatz konkrete Formen annahm: Im Dezember 1964 wurde der Golfclub Morsum im Hause der Hamburger Vereins- und Westbank gegründet. Unter den neun Gründungsmitgliedern: Der Hamburger Verleger Axel Springer.

Bevor die Entscheidung für das heutige Areal der Anlage fiel, hatte ein Golfplatzarchitekt im Auftrag der Hamburger Interessengruppe auf Sylt verschiedene Optionen ins Auge gefasst – unter anderem die Landschaft um die Kampener „Kupferkanne“ und sogar den Ellenbogen. Nachdem sich der Standort in Morsum konkretisiert hat und mit mehreren Landwirten Pachtverträge abgeschlossen werden können, schreiten die Hamburger zur Vereinsgründung. Auch die Gemeinden Westerland und Kampen werden dabei eingebunden – in der Hoffnung, dass sich die Kurverwaltungen beider Orte unter dem touristischen Aspekt an den Baukosten beteiligen. Daher gehören auch Kampens Bürgermeister Bleicke Bleicken und Westerlands Kurdirektor Hans Petersen dem Vorstand an.

Noch bevor im Sommer 1965 die Arbeiten beginnen, schwärmt der ehemalige Deutscher Golf-Meister Alfred Pemöller in einem Zeitungsinterview: „Die größte Besonderheit des neuen Platzes wird seine Lage ein. Wir werden hier nämlich den ersten deutschen Golfplatz unmittelbar am Meer haben. Und mit dem Wind im Rücken werden ohne weiteres 300 Meter lange Drives möglich sein.“ Am 24. September 1966 fliegen dann die ersten Golfbälle über den Neun-Loch-Platz.
Großen Anteil am Gelingen des Projekts Golfplatz Morsum hatte der Zeitungsmogul Axel Springer. So übernahm er unter anderem zeitweilig bis zu 20 Club-Mitgliedschaften für Angestellte und Freunde, ließ 1969 das noch heute existente Clubhaus erbauen.

Dafür räumt sich Springer auch gewisse Sonderrechte ein. Lag der Golfball ungünstig, holte er kurzerhand einen zweiten aus der Tasche. An seinem Golfwagen ließ er eine Klingel und eine Hupe anbringen – flog ein Ball gut, hupte er, trudelte er zu schwach, wurde geklingelt. Und wenn ein Golfball besonders weit und hoch flog, rief ihm Springer enthusiastisch hinterher: „Flieg, deutscher Adler, flieg!“



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