„Reetdach gegen Reeperbahn“ : Spendenwettbewerb: Sylt holt auf

„Insel der Phantasten“
„Insel der Phantasten“

Kopf-an-Kopf-Rennen um die Namensvergabe für den neuen Seenotretter. Der Neubau ist bereits auf dem Weg nach List.

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01. November 2013, 06:00 Uhr

Offenbar sind „ihre“ Seenotretter den Syltern doch mehr wert, als es lange Zeit aussah. Nachdem die Insel bei dem im März gestarteten Spendenwettbewerb der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (Motto: Reetdach gegen Reeperbahn) für den neuen Sylter Seenotkreuzer monatelang klar hinter der Hansestadt lag, scheint es auf der Zielgeraden doch noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu geben. Die Chancen der Insel, dass der Neubau, der die „Minden“ ablösen wird, einen Namen mit Sylt-Bezug erhält, sind damit deutlich gestiegen.

Nach dem großen Seenotkreuzer-Abend in der Hamburger Elb-Lounge am vergangenen Freitag (wir berichteten), verringerte sich der Rückstand auf „nur“ noch 58 000 Euro. Erstaunlicherweise wurden bei der exklusiven Spenden-Veranstaltung in der Elbmetropole mehr Spenden auf dem Sylter Konto (256 000 Euro) verbucht als auf Hamburger Seite (139 000 Euro). Nach Auskunft der Seenotretter war dafür maßgeblich eine Einzelspende im sechsstelligen Bereich aus dem Raum Berlin für Sylt verantwortlich. Dass sich der Gesamt-Spendenstand an einem Abend um knapp 400 000 auf jetzt fast 1,3 Millionen Euro (614 000 Euro Sylt, 672 000 Hamburg) erhöht hat, hat die Initiatoren zum einen „positiv überrascht“, wie Ralf Baur aus der DGzRS-Presseabteilung sagt, und zum anderen die Hoffnung geweckt, „dass die Sylter und Hamburger mit ihren Freunden jetzt nochmal richtig Gas geben“.

Im Sinne der Seenotretter wäre das allemal, haben sie es sich doch zum Ziel gesetzt, durch den Wettbewerb 1,8 der insgesamt fünf Millionen Euro Baukosten aufzubringen. Enden wird der Spendenwettbewerb am 6. Dezember. Am Nikolaustag wird weltweit an den Schutzpatron der Seefahrer erinnert. Dann entscheidet sich, ob das 20 Meter lange Spezialschiff oder lediglich sein kleines Arbeitsboot einen Namen mit Sylt-Bezug erhält. Die Taufe ist für den 14. Dezember in List vorgesehen.

Derweil ist SK 34 – so die interne Bezeichnung des Seenotkreuzers – von der DGzRS am Montag offiziell von der Fasmer-Werft übernommen worden. Gestern machte er sich bereits auf den Weg von Bremen über Helgoland nach List. Hier wird er bei der Ankunft direkt seinen Dienst aufnehmen – bis Mitte November allerdings noch parallel zur „Minden“, ehe diese nach 28 Jahren außer Dienst gestellt wird.

Auch das sh:z Medienhaus Sylt trägt mit einer Kunst- und Spendenaktion dazu bei, die Sylter Spenden-Waage zu füllen. Der Künstler Hans-Ruprecht Leiß hat eigens dafür das Werk „Insel der Phantasten“ gefertigt, das es als hochwertigen, exklusive und signierten Kunstdrucke (70 x 100 Zentimeter) für 99 Euro im Kundencenter der Sylter Rundschau (Andreas-Dirks-Straße 14, Westerland) zu kaufen gibt. Jeweils 39 Euro gehen als Spende an die Seenotretter.

Spendenmöglichkeiten: Online unter www.reetdach-gegen-reeperbahn.de; Überweisung mit Stichwort „Aktion Sylt“ auf Konto 107 2016 bei der Sparkasse Bremen (BLZ 290 501 01); per SMS mit dem Wort „Sylt“ an die Nummer 81190 (fünf Euro je SMS).

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