zur Navigation springen

Tourismus auf Sylt : Später Start eines Ausnahmesommers

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylt Marketing und Dehoga Sylt ziehen erstes Fazit der Sommersaison 2014. Das Image der Insel soll jung gehalten werden.

So viel ist jetzt schon klar: Rückblickend werden die vergangenen Monate auf Sylt als „der Supersommer 2014“ in Erinnerung bleiben. Meteorologisch durchaus korrekt, denn so viel Sonne wie auf der Insel gab es kaum sonst irgendwo in Deutschland. Aber ist ein schöner warmer Sommer zwangsläufig auch eine erfolgreiche Saison für Tourismusbranche, Hotellerie und Gastronomie? Die Sylter Rundschau hat bei Sylt Marketing (SMG) und beim Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Sylt nachgefragt.

Als „sehr entspannt, so entspannt wie schon lange nicht mehr“ beurteilt SMG-Geschäftsführer Moritz Luft den Sylter Ausnahmesommer. „Die Urlauber waren super drauf, es gab so gut wie kein Verkehrschaos, selbst das Wetter war durchgehend entspannt.“ Allerdings, so Luft, hätte die Sommersaison deutlich später begonnen als in den Vorjahren: Durch den dichteren Kalender der Schulferien in den Bundesländern und vor allem durch das späte Ende der Fußball-Weltmeisterschaft am 13. Juli. In der absehbar schwachen Zeit zuvor hätten Hoteliers und Appartement-Vermieter mit ihrer Preisgestaltung jedoch anders arbeiten können und nicht schon Hochsommertarife verlangen sollen, kritisiert der SMG-Chef.

Außergewöhnlich groß und überaus positiv sei das Feedback gewesen, das Sylt Marketing diesen Sommer erhalten habe, berichtet Moritz Luft. „Die Rückmeldungen kamen hauptsächlich über digitale Medien wie unsere mobile Webseite, den Blog von Tom auf Sylt und über Facebook. Wir sind extremst zufrieden.“ Das widerspräche auch der häufig geäußerten Befürchtung, die Klientel der Sylt-Urlauber würde zunehmend überaltern. Natürlich sei die Insel ein Spiegelbild der demografischen Entwicklung insgesamt und es gelte, die Marke Sylt jung zu halten – aber: „Es gibt genug unterschiedliche Angebote für alle Altersgruppen. Aber diese Angebote müssen in Abstimmung aller Inselgemeinden untereinander auch zielgruppengenau kommuniziert werden“, fordert SMG-Geschäftsführer Luft.

„Mit dem Verlauf der Hauptsaison im engeren Sinn sind wir insgesamt zufrieden“, urteilt deutlich zurückhaltender Stephan Beck, der erste Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Sylt. „ Das erste Halbjahr 2014 war nicht so prickelnd. Erst nach dem Abpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft ging es richtig los.“ Der Trend zu einer immer kürzeren Verweildauer halte unvermindert an, so Beck. „Die Gäste buchen eher drei Mal als nur ein Mal im Jahr. Dabei spielt der Zeitgeist eine wichtige Rolle. Das können wir zwar beklagen, aber das lässt sich nicht ändern.“ Dass Urlauber kürzer bleiben, heißt aber nicht, dass kurzfristiger gebucht würde, meint der Dehoga-Chef. „Auch unsere Inselgäste planen ihren Jahresurlaub oft lange im Voraus.“ Der insgesamt rückläufige Trend hätte trotz des viel beschworenen und oft gelobten Ausnahmesommers 2014 dafür gesorgt, dass für einige Gastronomen und Hoteliers die Saison eher ungünstig verlaufen sei. Beck sieht dafür, ähnlich wie Luft, auch Gründe in der mangelnden Außendarstellung der Urlaubsdestination Sylt: „Wir müssen weiter und noch intensiver am Image der Insel arbeiten.“

Besondere Highlights der Saison 2014 waren aus Dehoga-Sicht wieder Events wie der Surf Cup, aber auch die Rückkehr der Lammtage nach Keitum. Zwar habe man „ordentlich Pech“ mit dem Wetter und auch schon WM-Konkurrenz gehabt, aber 2015 soll die Veranstaltung auf jeden Fall wieder in der Arena stattfinden, bereits jetzt laufe das Brainstorming, so Beck.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Okt.2014 | 05:14 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen