zur Navigation springen

Souvenirs bewahren und schützen Erinnerungen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylter Andenken im Heimatmuseum und Altfriesischen Haus: Dörte Ahrens, Leiterin der Sylter Museen, über ausgestellte Schätze und Souvenirs als Sinnbilder

Im Altfriesischen Haus und im Heimatmuseum sind Andenken archiviert, die die Sylter über die Jahrhunderte hinweg von ihren Seefahrten mitgebracht haben: geschnitzte Elfenbein-Kästchen aus Russland, Reiskompässe aus China, osmanische Schreibetuis und vieles mehr. Auf Sylt selbst waren Ansichtenporzellan mit Insel-Motiven wie dem Roten Kliff und Sylter Strickwaren beliebte Souvenirs der Touristen. Auch die Lithografien (Technik des Flachdruckverfahrens auf Steinplatten) des zeichnerisch begabten Insel-Chronisten C. P. Hansen, gehörten zu den populären Mitbringseln. „Bei Andenken geht es um das Erinnern“, weiß Dörte Ahrens, Leiterin der Sylter Museen der Söl’ring Foriining. „Die Funktion des Erinnerns braucht Bilder. Eindrücke einer Reise oder eines Landes lassen sich nicht willkürlich abrufen, dafür wird Hilfe benötigt. Ein Souvenir, so glaubt die Kunsthistorikerin, trage immer ein spezifisches, individuelles Bild in sich. „Wenn ich zum Beispiel einen Blick auf meinen Schreibtisch werfe, die Aktenordner, die Stifte oder den Computer betrachte, denke ich nicht an eine Reise. Würde in dem Arbeitschaos allerdings ein kleines Fischerboot in den portugiesischen Farben stehen, würde ich mich sofort an meinen Urlaub erinnern - dann spielt sich ein Film ab, egal wo man sich gerade befindet.“ An Grabstätten erkenne man, dass Menschen ihre Erinnerungen gerne in Dingen bewahren. „Das Materielle umschließt, schützt und bewahrt.“

zur Startseite

von
erstellt am 31.Aug.2013 | 00:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen