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Sylter Rundschau

19. Oktober 2017 | 12:05 Uhr

Sylter Welle : Sorge um Sylts Schwimmsport

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das neue Sportbecken der Sylter Welle wird noch gebaut - doch schon jetzt gibt es Diskussionen darüber, wer dort wann zum Schwimmen kommen darf.

von
erstellt am 26.Aug.2015 | 05:41 Uhr

Das neue Sportbecken in der Sylter Welle ist bereits vor der geplanten Fertigstellung Ende dieses Jahres heiß begehrt. Alle Schulen der Insel, Sportvereine wie der TSV Westerland, der TV Tinnum 66 und der TV Keitum Wasserballer sowie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wollen dort künftig trainieren, Schwimmunterricht und Kurse – zum Beispiel der Herzsportgruppe des TSV – anbieten sowie Wettkämpfe veranstalten. Damit dies mit den sonstigen Angeboten des Insel Sylt Tourismus (ISTS) für Insulaner und Urlaubsgästen koordiniert und in geregelte Bahnen gelenkt werden kann, sollen noch in dieser Woche Gespräche von Gemeindepolitikern und Vertretern aller Schulen und Verbände mit ISTS-Chef Peter Douven stattfinden. Schon jetzt ist klar: Wegen des großen Andrangs der verschiedenen Interessengruppen wird der ISTS das Schwimmbecken verbreitern und eine zusätzliche Sprunganlage einbauen. Deswegen, aber auch, weil die Sylter Wasserballer das Becken nutzen wollen, ist durchgängig eine größere Tiefe erforderlich. Allein aus touristischer Sicht wären diese zusätzlichen Baumaßnahmen nicht notwendig gewesen, betonte der ISTS in einem Schreiben an Bürgermeister Nikolas Häckel.


Mögliche Konflikte zwischen Tourismus und Vereinssport

Grundsätzlich soll es in dem neuen Sportbecken und auch in anderen Bereichen der Sylter Welle ganzjährig einen Parallelbetrieb zwischen einer touristischen Verwendung und der Nutzung durch Schulen und Vereine geben. Eben dies bezeichnete Hauptamtsleiterin Monika Kuhn auf der Sitzung des Fachausschusses als einen der „wesentlichen Knackpunkte“. Wegen möglicher Konflikte sei ein detailliert abgestimmter Zeitplan und eine verbindliche Aufteilung der nutzbaren Bahnen erforderlich. Dies müsse unter allen Beteiligten ausgehandelt und im vorliegenden Entwurf des Nutzungsvertrages gegebenenfalls geändert werden.

Gemeindevertreter wie Ursula Lunk-Lorek (SWG) und Regine Scheuermann (SPD) sowie die Grundschulleiter Martina Bengsch-Maczik und Horst-Peter Feldt kritisierten außerdem, dass die Zeiten für den Nichtschwimmer-Unterricht mit je zwei Stunden an drei Werktagen viel zu knapp bemessen sei. Probleme könne es darüber hinaus geben, weil keinerlei Aufsichtspflicht durch Schwimm-Meister des ISTS vorgesehen sei – diese Aufgaben müssten vielmehr Lehrer oder Trainer der Schulen und Vereine übernehmen. Im Laufe der weiteren Diskussion wurden erneut die grundsätzlichen Entscheidungen zum Bau des Sportschwimmbeckens in Frage gestellt. Nikolas Häckel kritisierte dabei auch die gewählte Baukonstruktion: Der Verzicht auf einen Hubboden zum Beispiel führe dazu, dass der Schwimmunterricht in anderen Becken der Sylter Welle stattfinden müsse. „Doch das ist der Beschluss der Gemeindevertreter“, sagte der Bürgermeister. „Damit müssen wir jetzt eben umgehen und klarkommen.“ Peter Schnittgard, dem Vorsitzenden des Schul- und Sportausschusses, gingen diese, ins Einzelne ausufernde Diskussionen allerdings viel zu weit. Er betonte auf der Sitzung immer wieder, dass es bei den aktuellen Beratungen lediglich darum gehe, einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Denn anders als zuvor geplant, soll jetzt die Gemeinde Sylt und nicht mehr der Schulverband alleiniger Vertragspartner des ISTS sein. Die Gemeinde wiederum könnte dann mit dem Schulverband oder den Schulen sowie mit den Vereinen entsprechende Nutzungsvereinbarungen für das Schwimmbad abschließen.

Gewachsene Wünsche führten zu gestiegenen Kosten

Diese Änderung wurde sowohl vom Fachausschuss, als auch von der Gemeindevertretung mit Mehrheit beschlossen. Die jährlichen Nutzungskosten sollen 200  000 Euro statt ursprünglich 150  000 Euro betragen. Gemeindevertreter Oliver Ewald (CDU) sagte, diese Steigerung erkläre sich im Wesentlichen durch die gewachsenen Wünsche aller Interessengruppen. „Das ist alles schon nicht ganz billig“, betonte Peter Schnittgard. „Schließlich werden Millionenbeträge für Westerland, aber auch für List in die Hand genommen und bereitgestellt.“

Der Ausschuss-Vorsitzende verwies damit darauf, dass auch das Schwimmbad in List aus insularer Solidarität erhalten bleibe und weiter genutzt werden solle. Für die Nutzung des Gebäudes des Nordsee College Sylt (NCS) läuft ein Vertrag bis 31. Dezember 2016. Die monatliche Pacht beträgt 4  500 Euro. Die gleiche Vertragslaufzeit gilt für die Vereinbarung zwischen TSV Westerland, TV Keitum und DLRG sowie dem Amt Landschaft Sylt und der Gemeinde Sylt. Unabhängig vom Bau des neuen Sportschwimmbeckens an der Sylter Welle hatten sich alle Inselgemeinden verständigt, ein neues Gutachten zum Zustand der Schwimmhalle List in Auftrag zu geben. Diese Bewertung liegt mittlerweile vor. Die amtsangehörigen Gemeinden erwägen aktuell einen Erwerb der Schwimmhalle List und wollen eine entsprechende Anfrage an das NCS stellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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