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SUP-Weltmeisterin und Künstlerin : Sonni Hönscheid: „Erst die Kunst macht mich komplett“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

SUP-Weltmeisterin, Sylterin und Künstlerin: „Peace Love Sylt 2“ heißt die Ausstellung von Sonni Hönscheid im Kaamp-Hüs.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2015 | 05:10 Uhr

Sylt, Maui und Fuerteventura: Sonni Hönscheid ist auf drei Inseln heimisch und jettet regelmäßig um den Globus. Die Nordseeinsel nimmt zwischen all den paradiesischen Orten jedoch einen besonderen Stellenwert Herzen der 34-Jährigen ein: Hier ist sie geboren, hat hier Familie, einen großen Freundeskreis und liebt die vielen Facetten ihrer Heimat. Ihre vielen Reisen sind erst möglich durch ihren Beruf: Hönscheid ist Profi-Surferin, zwölffache deutsche Meisterin im Wellenreiten und konnte im vergangenen Juli ihren Weltmeistertitel im Stand-Up Paddling auf Hawaii verteidigen. Vor einigen Jahren begann sie, intensiv zu malen und stellt zur Zeit ihre Bilder, die nur so vor Lebensfreude sprühen, in der Ausstellung „Peace Love Sylt 2“ im Kaamp-Hüs aus.

 

Frau Hönscheid, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum erneuten Weltmeistertitel im Stand-Up Paddling.

Sonni Hönscheid: Danke! Das war auch wirklich ein hartes Rennen. Ich bin 2014 schon Weltmeisterin geworden und man sagt ja eigentlich, dass man zurückkehrt, um den Titel zu verteidigen. Ich habe aber nicht das Gefühl, etwas verteidigt zu haben. Es war so anstrengend, dass ich einfach nur versucht habe, die Strecke zu bewältigen.

 

Die „Strecke“, das waren imposante 51 Kilometer, die Sie in knapp sechs Stunden geschafft haben...

Ja, das Molokai2Oahu SUP Rennen ist das härteste Rennen auf dem offenen Meer der Welt. Die Wellen sind sehr hoch, außerdem herrscht ein starker Wind. In der Szene ist das Rennen auch sehr prestigeträchtig. Die Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt - Neuseeländer, Australier und Amerikaner sind dabei. Als Europäerin dabei zu sein , ist schon toll und als Nordfriesin zum zweiten Mal zu gewinnen, ist ein riesiger Erfolg.

 

Bei dem sportlichen Erfolg, der ja auch viel Zeit und Energie in Anspruch nimmt: Wie sind Sie zur Malerei gekommen?

Das mit der Kunst hat sich erst in den vergangenen Jahren so richtig entwickelt. Ich habe aber gemerkt, dass mich das erst komplett macht. Ich brauche die Kunst für meinen Sport und den Sport für meine Kunst. Das macht mich viel ausgeglichener und ist ein wichtiger Kontrast in meinem Leben: Beim Sport möchte ich immer die Erste sein, in der Kunst kann ich mich auch mal zurücknehmen.

 

Sie finden also in der Malerei Ruhe und Ausgeglichenheit?

Meine Kunst ist für mich wie Tagebuch schreiben. Man sieht in den Bildern viele Dinge, mit denen ich täglich zu tun habe: Meerestiere, Wasser, Wellen, Menschen, Blumen und das alles mit viele Farbe. Meine Erlebnisse spiegeln sich in meinen Bildern wider.

 

Auf vielen Bildern sieht man die Insel...

... Ja. Ich fühle mich zwar auf allen drei Inseln zuhause, aber Sylt ist natürlich immer etwas Besonderes, weil ich hier geboren bin. Meine Geschwister und ich haben deshalb eine sehr starke Bindung zu der Insel. Ich versuche, so oft wie möglich herzukommen, auch weil meine ältere Schwester hier mit Kindern und Familie lebt. Außerdem finde ich Sylt immer wieder total spannend, weil sie wie keine andere Insel so viele Facetten zeigt. Auf Fuerte und Maui hat man Sonne, Wind und große Wellen - man hat aber nie den Sturm, den man auf Sylt erleben kann.

 

Sie haben bei deiner Kunst eine ganz bestimme Technik. Wie sieht die aus?

Ich zeichne ein Bild mit Bleistift vor. Farbe gebe ich den Bildern dann mit Acrylstiften. Das ermöglicht mir auch auf Reisen unmittelbar Erlebtes auf Leinwand zu bringen.

 

Das heißt, Sie haben kein Atelier?

Nein, ich habe aber immer meine Stifte und eine Leinwand dabei. Ich male also manchmal am Strand, im Dschungel oder hier auf Sylt am Roten Kliff. Da bin ich total flexibel.

 

Sieht man den Bildern an, wo sie gemalt wurden?

Eigentlich schon. Ich habe auch schon die Anregung bekommen, dass ich unter die Bilder schreiben soll, wo ich sie gemalt habe. Das ist bei manchen aber nicht so einfach, weil sie schon zwei Mal mit mir um die Welt gereist sind, bevor ich sie fertig gestellt habe.

 

Ihre Familie (Vater Jürgen Hönscheid und Schwester Janni sind ebenfalls Surfer) ist ja auf Sylt recht bekannt. Treffen Sie sich auch ab und zu auf der Insel?

Zur Vernissage der Ausstellung waren alle hier. Meine Schwester Janni kam von den Malediven, ich von Maui, meine Eltern von Fuerteventura. Das war dann wirklich schön, sie alle hier zu haben.

 

„Peace Love Sylt 2“ kann noch bis zum 4. Oktober im Kaamp-Hüs besucht werden. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 9 bis 17 Uhr, Sonnabend 10 bis 13 Uhr, Sonntag (nur im August) 10 bis 13 Uhr.

 

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