Antarktis-Liveschaltung : Sommer-Spaziergang mit Eisbär und Gewehr

Ein Forscherteam auf Spitzbergen.
1 von 2
Ein Forscherteam auf Spitzbergen.

Vom Erlebniszentrum Naturgewalten aus gab es Montag eine Liveschaltung zu Forschern der Polarstation.

Avatar_shz von
22. Juli 2014, 06:00 Uhr

Im Rahmen der ersten Sylter Klimawoche widmete sich das Team vom Erlebniszentrum Naturgewalten und Alfred Wegener Institut (AWI) zusammen mit interessierteren Kindern auch der Frage, ob die Eisbären in Zukunft schwitzen müssen.

Dazu hat der Meeresökologe Christian Buschmann vom AWI einfach mal per Skype am Nordpol angerufen und bei seinen Studentinnen Katharina und Sina nachgefragt, wie sie den Sommer in der Arktis erleben. Zusammen mit internationalen Wissenschaftlern aus aller Welt leben die beiden für vier Monate in der Forschungsstation auf Spitzbergen und erleben dort eine ganz andere Welt: ein Leben ohne Tag- und Nachtwechsel, denn im Sommer geht die Sonne dort nie unter, laue Temperaturen mit 7 Grad über Null, nur einmal im Monat frisches Obst und Gemüse (wenn das Versorgungsschiff gerade da war), jaulende Grönlandhunde vor der Haustür, neugierige Polarfüchse, die in den Mülltonnen wühlen und überraschende Besuche von Eisbären. „Wir dürfen das Gelände nur mit einer geladenen Waffe verlassen“, erklärte Sina den lauschenden Kindern, „denn für den Eisbären sind wir potentielle Beute und wenn er Hunger hat, dann fackelt er nicht lange. Im vorletzten Jahr sind zwei Menschen von Eisbären getötet worden.“

Doch nicht alles im Alltag der Wissenschaftler ist so gefährlich und aufregend, denn die meiste Zeit verbringen die Forscher mit Experimenten, Messungen und Tauchgängen im eisigen Wasser. Der Schwerpunkt der beiden deutschen Studentinnen ist die Klimaforschung und damit die Frage, wie sich die klimatischen Veränderungen auf das Leben im ewigen Eis auswirken. „Wir können feststellen, dass die Fjorde auch im Winter nicht mehr komplett zufrieren, dass die Wassertemperatur ansteigt und die Gletscher sich zurück bilden“, fasst Ka-tharina ihre Ergebnisse zusammen. „Doch die Eisbären stört all dies recht wenig - die Population ist sogar angestiegen“, weiß Christian Buschbaum, „denn die Tiere sind sehr anpassungsfähig. Und schwitzen müssen die großen Raubtiere auch nicht. Die können nämlich gar nicht schwitzen, weil sie keine Schweißdrüsen haben“, erklärt er lachend.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen