zur Navigation springen

Bürgermeisterwahl auf Sylt : Soll der Bürgermeister Sylter sein?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Herkunft des künftigen Amtsinhabers ist immer wieder in der Diskussion. Die Sylter Rundschau hat sich umgehört

Muss es ein Insulaner sein? Im Bürgermeisterwahlkampf in der Gemeinde Sylt geht es immer wieder auch um die Herkunft des künftigen Bürgermeisters. Aus diesem Grund ist die Sylter Rundschau auf Meinungssuche gegangen. Vor allem bei Facebook entstand dabei eine rege Diskussion.

Es zeigt sich, dass die Ansichten der Insulaner bei dieser Frage stark auseinander gehen. Einige wünschen sich einen Bürgermeister, der von der Insel kommt und die vorhandenen Strukturen kennt. Einer von ihnen ist Raphael Ipsen: „Ich bin für einen Sylter, der die fachliche Qualifikation hat, eine Verwaltung zu führen und kein Politiker ist oder sein möchte. Die Zeit ist reif für einen Sylter“, schreibt er auf der Facebook-Seite der Sylter Rundschau. Auch Birgit Evelyn Martinsen schließt sich in dem öffentlichen Netzwerk seiner Meinung an: „Ich bin dafür, dass es ein Sylter werden soll. Einer der hier aufgewachsen ist.“

Ob es nun lieber ein Sylter oder ein Festländer sein soll, dazu möchte Pastor Christoph Bornemann nichts sagen. „Mir fällt lediglich auf, dass die aktuellen Kandidaten, die von außen kommen, eine etwas schärfere Zunge im Wahlkampf führen.“ Und dass es ihnen, findet der Pastor, vielleicht noch etwas an Sylterfahrung fehle. Dass einige Sylter gesteigerten Wert darauf legen, dass der oder die Neue Insulaner ist, kann Bornemann nachvollziehen: „Das ist doch verständlich. Wenn ich Pastor am Niederrhein oder Bayern werden wollte, müsste ich mich doch auch erst einmal auf die Mentalität und die Eigenheiten dort einstellen. Das dauert einfach. Und in der momentan nicht ganz einfachen Zeit nach der Inselfusion kann ich verstehen, dass die Menschen das Gefühl haben wollen, dass sich jemand mit ihnen und ihren Problemen auskennt.“ Dass einige Sylter Wert darauf legen, einen Bürgermeister aus ihren Reihen im Amt zu haben, kann auch Margot Lornsen, Witwe von Schriftsteller Boy Lornsen, nachvollziehen. Für sie persönlich sei es jedoch unwichtig, woher der Bürgermeister komme. Ihre Ansprüche an den künftigen Insel-Chef beziehen sich weniger auf die Herkunft als auf seine Beziehung zu Sylt: „Der Bürgermeister sollte mit der Insel irgendwie vertraut sein und sich ihr verbunden fühlen“. Und sie gibt zu bedenken, dass es generell nicht einfach ist, von außerhalb auf so eine Insel zu kommen: „Es wird mit Sicherheit schwierig für jemanden, der meint, er oder sie hat nichts anderes zu tun als nur zu verwalten, das Amt bedeutet viel mehr.“

Woher der Bürgermeister kommen soll, ist für Silke von Bremen zweitrangig: „Es muss einfach derjenige werden, der am besten ist“, sagt sie. „Da ist es egal, ob er aus Afrika oder aus Alaska kommt.“ Es sei aber durchaus möglich, dass jemand von außen eventuell einen offeneren Blick für die Probleme auf der Insel habe.

In der Nachbargemeinde List äußert sich Ronald Benck, stellvertretender Bürgermeiter, bei seiner Aussage über die Herkunft des neuen Amtsinhabers ähnlich wie Silke von Bremen: „Ich glaube es ist völlig egal, woher der künftige Bürgermeister kommt“, erklärt er. „Vielleicht ist es aber nicht schlecht, wenn der Bürgermeister von außerhalb ist und die Dinge hier neutral betrachtet“.

Ob die Sylter einem Insulaner oder doch einem Zugereisten das Vertrauen schenken werden, wird sich am 14. Dezember zeigen. Dann stellen sich die sechs Kandidaten, drei Sylter und drei Nicht-Insulaner, zur Wahl.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen