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Sonnenfinsternis am Freitag : SoFi-Brillen auf Sylt fast ausverkauft

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wer am Freitag die Sonnenfinsternis beobachten will, findet kaum noch Schutzbrillen.

shz.de von
erstellt am 18.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Mangelware Schutzbrille: Die Sonnenfinsternis am kommenden Freitag kann sich – gutes Wetter vorausgesetzt – allerdings nur ein kleiner Teil der Sylter und Gäste sicher anschauen: Denn die Schutzbrillen werden auf der Insel knapp. Nur noch wenige Optiker lagern einen kleinen Restvorrat, Nachbestellungen unmöglich: „Alle uns bekannten Hersteller sind restlos ausverkauft“, heißt es vom deutschen Zentralverband der Augenoptiker.

Für die Sylter ist das besonders schade: Die Sonnenfinsternis, die ab kurz nach halb zehn Uhr zu sehen ist, lässt sich in ganz Deutschland am besten von List aus beobachten. Hier verdeckt der Mond die Sonnenscheibe um etwa 83 Prozent. Doch ohne Brille wird es schwierig.

„Bei uns sind alle schon ausverkauft“, heißt es bei Optiker Bode in Kampen. 50 Stück sind dort in den vergangenen Tagen über den Ladentresen gegangen – nun ist definitiv Schluss. Peter Woysch vom gleichnamigen Brillengeschäft in Westerland konnte gestern noch einen Restbestand vorweisen. „Die Leute kaufen die Brillen am liebsten am Tag vor der Sonnenfinsternis“, weiß er aus Erfahrung. Ob sie dann auf der Insel noch welche finden werden, ist allerdings fraglich: Die Firma Fielmann verkauft die Schutzbrille in keiner ihrer Filialen, da die angebotenen Brillen ihres Herstellers die erforderlichen Sicherheitsstandards nicht erfüllen würden, heißt es aus der Hamburger Zentrale. „Ganz, ganz wenige Restexemplare“ könnte es heute mit Glück noch in der Westerländer Brillengalerie Dejori geben, sagt Armin Dejori.

Aber auch wer ein Exemplar ergattert hat, sollte noch einmal einen Blick darauf werfen: Denn Schutzbrille ist nicht gleich Schutzbrille: Wichtig ist, dass sie sowohl mit der DIN-Norm, als auch mit der CE-Norm zertifiziert ist. Und natürlich, dass sie beispielsweise nach Augenoperationen oder Augenerkrankungen besser nicht aufgesetzt werden sollte. Wichtig ist außerdem, betonen die Fachleute, dass nicht an den Brillen vorbei geblinzelt wird. Zudem sollte auch mit den Schutzbrillen nicht zu lange in die Sonne geguckt werden – einige Hersteller empfehlen, das Spektakel nicht länger als drei Minuten anzuschauen. Wer keine SoFi–Brille mehr ergattern konnte, sollte auf keinen Fall zu den „Tricks“ greifen, die im Internet kursieren: Wer die Sonnenfinsternis durch CDs oder gerußte Flaschenböden beobachtet, riskiert schwere Augenschäden.

Ein wichtiger Faktor könnte allerdings auch den SoFI-Brillenträgern das Naturereignis verhageln: Ein bedeckter Himmel am Freitagvormittag. Und der könnte zumindest im Norden Deutschlands der Insel zum Ende der Woche drohen, so die aktuellen Vorhersagen. Allerdings weiß auch jeder Sylter, dass das Wetter auf der Insel sich nicht zwangsläufig an die Vorhersagen hält. Die Hoffnung auf einen spektakulären Freitagvormittag sollte also noch nicht aufgegeben werden.

Die unsichere Wetterlage hat auch Gordon A. Debus vom Lister Hotel A-Rosa bisher davon abgehalten, für seine Gäste ein spezielles SoFi-Event zu planen. Und auch den Lister Tourismus scheint das Naturereignis bisher nicht wirklich angekurbelt zu haben: Von speziellen SoFi-Buchungen in seinem Haus weiß Debus nichts. „Das ist eher eine Sache für den Individual-Tourismus“, sagt auch Lists Kurdirektor Boris Ziegler. Heißt: Ein irgendwie geartetes SoFi-Event ist in List nicht geplant.

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