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Statt Autozug : So will Sylt die Touristen in den IC locken

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Eine Vereinigung von Sylter Appartement-Vermietern startet jetzt eine Kampagne zum Erhalt und Ausbau von Bahnverbindungen auf die Insel.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 05:33 Uhr

Sylt | „Wir sind keine Gegner des individuellen Autoverkehrs nach Sylt – ganz und gar nicht“, erklärt Rainer Frankenberg. „Aber die An- und Abreise mit dem Pkw in die schönste Zeit des Jahres, in den Urlaub bei uns auf der Insel, kann schon nervig sein. Denken Sie nur an die Staus auf der A7 oder im Elbtunnel und an die Wartezeiten am Autozug.“ Aus diesem Grund hat der Sylt Tourismus Verband (STV), dessen Vorsitzender Frankenberg ist, jetzt eine große Werbekampagne zur Erreichbarkeit der Insel mit dem Flugzeug oder der Bahn gestartet.

Mit der Kampagne könnten sich einige Sylt-Touristen dazu entschließen, ihr Auto zuhause zu lassen und die Verkehrssituation auf der Insel zu vebessern.

Mit Flyern und großformatigen Anzeigen in den Gastgeberverzeichnissen vieler Vermietagenturen, den Infobroschüren des Insel Sylt Tourismus Service (ISTS), des Fremdenverkehrsvereins Wenningstedt-Braderup (FVV W-B) sowie von Sylt Marketing (SMG) will der Verband intensiv auf die Vorteile einer schnellen und komfortablen Anreise über den Flughafen Sylt, aber vor allem mit den InterCity (IC)-Zügen der Deutschen Bahn (DB) hinweisen. Laut STV-Chef Frankenberg lassen sich die ohnehin sehr guten Angebote der Sylter Gastgeber mit Komplettpaketen zu Unterkunft, An- und Abreise sowie Freizeitangeboten durch die aktuellen Empfehlungen des Verbands zu Zeitersparnis, Sparpreisvorteilen, Gepäckservice und entspanntem Reisen noch weiter „veredeln“.

Die InterCity-Trassen in Richtung Sylt im Vergleich zu den Gästezahlen von 2014
Die InterCity-Trassen in Richtung Sylt im Vergleich zu den Gästezahlen von 2014 Foto: STV
 

Der STV setzt dabei jedoch nicht nur auf Informationen, die Vermieter an ihre Kunden weitergeben können. Projektleiter Günter Schroeder, hat in „akribisch-analytischer Kleinarbeit“ – wie er selbst sagt – auch wissenswertes Hintergrundmaterial zusammengetragen, dass Verbandsmitglieder und andere Interessenten der Kampagne motivieren soll, mit aufzusteigen auf den Zug „pro IC“.

So vergleicht Schroeder zum Beispiel die vier, für 2016 noch bestehenden InterCity-Verbindungen aus Köln, Frankfurt am Main, Karlsruhe und Dresden/Berlin sowohl mit den absoluten Gästezahlen des Vorjahres (siehe Infografik) als auch mit dem Kaufkraftindex der angrenzenden Bundesländer. Insgesamt kamen 2014 knapp 870.000 Gäste auf die Insel, rund die Hälfte davon aus NRW und Niedersachsen – also zwei Bundesländern, die ideal an zwei IC-Trassen (in der Grafik gelb und rot markiert) gelegen und damit ohne lästiges Umsteigen zur Reise nach Sylt nutzbar wären, so Schroeder. Zu einem anderen Ergebnis jedoch kommt die Analyse des Kaufpreisindexes: Die zumindest potenziell wohlhabenderen Inselgäste kommen aus Regionen in Baden-Württemberg bis Stuttgart, Südhessen bis Frankfurt am Main sowie Hannover. Für sie würde sich besonders eine Anreise mit dem IC „Wattenmeer“ (blau markiert) lohnen, so der Sylt Tourismus Verband.

Rainer Frankenberg, Carin König und Günter Schroeder (v.l.n.r.) vom STV
Rainer Frankenberg, Carin König und Günter Schroeder (v.l.n.r.) vom STV Foto: Boom
 

Um möglichst viele Sylt-Urlauber auf die Schiene zu locken, hat der STV die Flyer-Auflage für 2016 auf 80.000 Exemplare erhöht, 30.000 davon für Verbandsmitglieder. Die ganzseitige Anzeige „Sylt – ... mit IC-Zügen bis fast an den Strand“ erscheint in einer Auflage von mehr als 350.000 Exemplaren. Außerdem geht ein Mailing an zirka 10.000 Stammgäste raus, die in den Postleitzahlbereichen entlang der IC-Bahnstrecken wohnen. Erklärtes Ziel der Aktion sei es aber auch, Sylt als Markt für die Deutsche Bahn so interessant zu gestalten, dass die IC-Anbindungen langfristig gesichert und eventuell sogar ausgebaut werden, erklärte der Verbandsvorsitzende Rainer Frankenberg.

 

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