Sommerzeit : So ticken die Uhren auf der Insel

Die Sylter Verwaltung wehrt sich gegen Vorwürfe, „katastrophale“ Vorlagen zu erstellen.
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Die Sylter Verwaltung wehrt sich gegen Vorwürfe, „katastrophale“ Vorlagen zu erstellen.

In der Nacht von heute auf morgen wird die Uhr auf Sommerzeit umgestellt. Die Sylter Rundschau stellt einige Uhren vor, die zuverlässig die Zeit anzeigen – oder auch nicht mehr

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29. März 2014, 06:00 Uhr

In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag ist es wieder so weit: Dann springt der kleine Zeiger von zwei auf drei Uhr nachts vor – zumindest tut er das bei Funkuhren. Die meisten analogen Uhren müssen am nächsten Morgen von ihren Besitzern per Hand vorgestellt werden. Auch an öffentlichen Plätzen auf Sylt tickt und tackt es überall. Diese Uhren zeigen an, ob man noch rechtzeitig den Zug erwischt, pünktlich zur Ratssitzung kommt oder einfach nur, ob es schon Zeit für die Mittagspause ist. Einige stellen wir hier vor:

DieHetz-Uhr: Der Spruch „Ist noch Zeit“ über der Uhr in der Westerländer Bahnhofshalle wirkt schon fast höhnisch. Schließlich ist selten Zeit, wenn man auf den letzten Drücker noch schnell den Zug erwischen will und einen panischen Blick auf das Ziffernblatt wirft, um zu sehen, ob es noch zu schaffen ist.

Die Uhr, die nicht mehr da ist: Wenn es nach der Erinnerung alteingesessener Insulaner geht, gab es die Uhr am Strandübergang Friedrichstraße schon immer – allerdings nicht mehr seit Orkantief Christian, als die Uhr aus Sicherheitsgründen abgebaut werden musste.

Die Touristen-Uhr: Egal ob bei 20 Grad plus oder 10 Grad minus – die Temperaturanzeige an der Brücke zwischen Westerland und Wenningstedt zeigt zuverlässig zwei Grad zu viel an. In regelmäßigen Abständen wird hier aber auch eine Uhr angezeigt – und die geht richtig. Urlaubern kann es also nicht passieren, dass sie wegen der Uhr die Abfahrt ihres Ausflugsschiffes verpassen. Sie könnten dafür allerdings zu kühl angezogen sein...

Die Luxus-Uhr: Sie ist zwar nicht öffentlich, passt aber irgendwie zum Klischee der Insel: Die Uhr der Firma Patek-Philippe, die der Westerländer Juwelier Fritz Krause im Angebot hat. Das gute Stück wurde aus Rosé-Gold hergestellt und in einer der ältesten Schweizer Uhrenmanufakturen handgefertigt – und ist deshalb so wie das klassische Sylt-Bild ganz exklusiv und ziemlich wertvoll.

Die Bade-Uhr: Wer sich in die kühlen Wellen am Hörnumer Strand stürzen will, weiß sicherlich diese Uhr zu schätzen. Sie hat nicht nur Leuchtturm-Blick, sondern zeigt neben der Uhrzeit auch die Wasser- und Lufttemperatur an. So weiß man während des Strandausflugs immer genau, woran man ist.

Die Rathaus-Uhr: Klar – dieser Name klingt etwas langweilig, aber er beschreibt eben genau das, was diese Uhr ist: Die Uhr am Westerländer Rathaus. Sie zeigt Gemeindevertretern an, ob sie sich vor der ermüdenden Sitzung noch schnell einen Kaffee holen können, lässt für aufgeregte Brautpaare die Minuten zu Stunden werden und zeigt den Mitarbeitern der Verwaltung an, wie lange es noch von Mittagspause bis Feierabend dauert.

Die Uhr, die ihren Zweck nicht mehr erfüllt: Es ist keineswegs der Fehler der Uhr an der alten Grundschule in List, dass sie den Schulkindern nicht mehr zeigen kann, wie lange die Pause noch dauern wird und wann endlich Schulschluss ist. Auch wenn es die Schule nicht mehr gibt – die zeigt zuverlässig und auf die Minute genau die richtige Zeit an. So ist sie immerhin noch für die Gemeindevertreter und Verwaltungsmitarbeiter im Inselnorden von Nutzen, die hier jetzt regelmäßig ein und aus gehen.

Wer jetzt seine Kirchen-, Bushaltestellen-, Schul-, Stand-, oder Wanduhr vermissen sollte – die Insel hat einfach zu viele Uhren für diesen Text. Aber Sie können ja morgen mal gucken, ob alle schon eine Stunde weiter gestellt sind.

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