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Wohnen auf Sylt : So sorgt List für Wohnraum

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wie kämpfen Sylts Gemeinden gegen den Wohnungsmangel? Dieser Frage geht eine neue Serie der Sylter Rundschau nach

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 05:27 Uhr

Ein beständiger Mangel an (Dauer-) Wohnraum, dazu Mieten, die sich Normalverdiener kaum leisten können, etliche Einheimische, die daher aufs nahe Festland umziehen und notgedrungen zu Pendlern werden – für viele Sylter ist es das dringlichste Thema der Gegenwart: Der (Miet-)Wohnungsbau auf der Insel. Wie die einzelnen Gemeinden gegen die Misere ansteuern, das erfragt die Sylter Rundschau bei den Bürgermeistern. Den Anfang macht heute ein Gespräch mit Lists Bürgermeister Wolfgang Strenger.

Licht am Horizont wirft seinen Schein über den nördlichsten Inselort: „Wir haben einige Projekte ganz konkret in Angriff genommen“, berichtet Wolfgang Strenger. Dabei sei es kein leichtes Unterfangen gewesen, neue Bauflächen zu finden: „List ist von Naturschutzgebieten eng umgrenzt, und das Gros der Freiflächen befindet sich in Privatbesitz oder Eigentum des Bundes.“

Umso erfreuter zeigt sich Strenger darüber, dass für eine brach liegendes Areal am Hermannshain Baurecht erteilt wurde. Auf dem an den Sportplatz angrenzenden Grundstück in Gemeindebesitz sollen insgesamt 24 Mietwohnungen entstehen, und dies recht zügig: „Bis Mitte 2015 wird der Baubeginn sein, die Fertigstellung ist für Mitte 2016 vorgesehen.“ Für Strenger ist dies ein erster wichtiger Schritt „als Ventil für die Liste der Wohnungssuchenden“. Deren gemeldete Zahl umfasst derzeit 101 Bewerbungen. Für die Vergabe der neuen Wohnungen erarbeitet die Gemeinde derzeit entsprechende Kriterien. Ein zweites Projekt betrifft die Zollfenne vis-a-vis der ehemaligen Kaserne. Hier gebe es positive Signale der Eigentümer für eine Veräußerung, mit dem Kreis Nordfriesland werden derzeit Gespräche hinsichtlich der Bebaubarkeit geführt.

„In diesem schmalen, aber lang gezogenen Bereich sind Erbpacht-Modelle vor allem für junge Familien angedacht.“ Dabei könnten bis zu 15 Häuser in verschiedenen Varianten entstehen – angefangen von Einzelhäusern bis hin zu Gebäuden mit zwei und drei Hausscheiben.

Ein weiteres mittelfristiges Projekt: Die Erweiterung des Gebäudes Am Brünk 1, in dem sich vormals die Kurverwaltung befand. Hier steht allerdings die Kostenfrage im Raum. Für das im Gemeindebesitz befindliche Gebäude müssen daher „erst noch Finanzierungsmodelle entworfen werden“. Last but not least könnte die ehemalige Kaserne das Wohnungsproblem nachhaltig lösen. Denn hier besteht bereits Baurecht für 88 Wohnungen, allerdings muss noch geklärt werden, wo sich diese am besten in die neue Gesamtplanung einfügen: „Vorgesehen sind sieben Hektar Sportflächen und Grünanlagen, fünf Hektar für Dauerwohnungen und fünf Hektar für touristische Angebote“, erläutert Strenger.

Noch müssten diverse Details abgestimmt werden, „wir sind mit dem Kreis und dem Land intensiv im Gespräch“. Besonderheit: In die Wohnbebauung innerhalb der ehemaligen Kaserne soll es auch das Angebot eines betreuten Wohnens geben. Für List allein wäre der Bau von 88 Wohnungen allerdings ein zu großer Brocken – eine insulare Lösung beziehungsweise Beteiligung von Wohnungsbaugesellschaften wird daher angestrebt.

„Wir tun also einiges, um Wohnungsnot innerhalb des Ortes abzubauen, aber auch den Zuzug von Neubürgern zu ermöglichen – etwa den jenigen, die hier in der prosperierenden Wirtschaft arbeiten“, unterstreicht der Bürger


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