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SoFi 2015 über Sylt : So schön dichten die Rundschau-Leser über die Sonnenfinsternis

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

„Elfchen“, schwitzende Fische oder Spanner: Um eine Schutzbrille für die heutige Sonnenfinsternis zu erhalten, wurden unsere Leser zu recht kreativen Hobby-Lyrikern

von
erstellt am 20.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Um es vorweg zu sagen: Die Redaktion der Sylter Rundschau ist begeistert. Auf unseren Aufruf, sich mit einem kleinen Gedicht bei uns zu melden, um eine von fünf Sonnenfinsternis-Schutzbrillen zu erhalten, quoll unser Postfach ob all der Lyrik fast über. Wir stellen Ihnen hier unsere fünf Favoriten vor – für alle, die nicht dabei sind: Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen.

Als das Ehepaar Gauss von der Ausschreibung erfuhr, setzte es sich direkt an den Schreibtisch und verfasste ein Gedicht in „Elfchen“-Form. Die beiden lesen und schreiben viel, wodurch ihnen die Arbeit leicht von der Hand ging. Da Ortrud Geiss gestern in Kiel war, durfte ihr Mann die Brille schon mal alleine ausprobieren. Was das „Elfchen“ für eine Gedichtform ist, erklären sie wie folgt: „Diese Gedichtform haben wir bei unseren Enkelkindern gelernt. Es besteht aus 11 Wörtern

1. Zeile ein Adjektiv,

2. Zeile ein Nomen mit Artikel

3. Zeile ein Satz aus 3 Wörtern, der zu der Sache passt.

4. Zeile ein Satz aus 4 Wörtern, der mit ich beginnt

5. Zeile ein Schlusswort
Das Elfchen des Ehepaars Gauss liest sich ganz besonders schön, finden wir. Und hoffen, dass die beiden die SoFi in Wenningstedt gut sehen können.

leuchtend

die Sonne

Der Freitagmorgen beginnt.

Ich erwarte die Sonnenfinsternis.

spannend

Elke Schmidt hat sich für eine kurz-knackige Variante entschieden, das lockere Sonnengedicht erhält am Ende einen leicht verstörenden Twist.

Sonne ist, wenn Wolke weg,

ich lieg' dann auf Terrasse keck.

Das macht den Körper warm und braun

und lockt die Spanner , um zu schaun ' !

Über das zoologische Fachwissen von Renate Hagedorn-Krüger aus Westerland, das sie in ihrem Gedicht anwendet, lässt sich sicher streiten. Über den Charme-Faktor ihres Werkes sicher nicht. Das Gedicht hat sie in den 70er Jahren gemeinsam mit einem Hamburger Feriengast entwickelt.

Die Sonne scheint mit ihren Spitzen

Hinunter auf des Meeres Grund.

Die Fische fangen an zu schwitzen,

ach lieber Gott, mach’s nicht so bunt.

Hansmartin Bernecker aus Ulm macht gerade mit seiner Frau Urlaub auf Sylt. Im Dichten, verrät der 70-Jährige, ist er nicht ganz unerprobt: „Ich schreibe ab und an mal ein kleines Gedicht, zu Geburtstagen oder anderen Anlässen.“ Eine Viertelstunde hat es gedauert, da war sein neuestes Werk „Sonnenfinsternis auf Sylt“ zu Papier gebracht.

Sonnenfinsternis auf Sylt

Den Gast erfüllt es stets mit Wonne,

wenn niederscheint auf Sylt die Sonne.

Doch wirklich spannend wird es dann,

wenn man sie nicht mehr sehen kann,

weil Stück um Stück des Mondes Rund

verbirgt des Sternes Strahlengrund.

Am Schluss bleibt nur ein schmaler Rand,

der, nicht verdeckt durch den Trabant,

sein schwaches Licht auf Sylt verbreitet,

das selbst die Vögel dann verleitet,
zur Ruhe sich schon zu begeben,

auch wenn der Tag begann soeben.

Der Gast, der so betrachten wollte

der Sonnenfinsternis Verlauf

merkt, dass er dringend haben sollte

die Brille, die, setzt man sie auf,

den Blick auf den verhüllten Stern

ermöglicht - und er hätt‘ sie gern!

Brigitte Klick aus Westerland wollte unbedingt eine SoFi-Brille haben, doch der Optiker ihres Vertrauens hatte keine mehr auf Lager. Obwohl sie sich für keine gute Dichterin hält, griff sie zum Stift. Wir finden das Ergebnis sehr hübsch.

Am Tag lieb ich die Sonne
seh nachts so gern den Mond
wenn beide sich nun treffen,
das Hinseh'n sicher lohnt

Doch das geht nur mit Brille
und da liegt das Problem!
Wenn ich nur eine hätte
das wäre wunderschön

Drum werd ich zum Dichter
was mir so gar nicht liegt
doch um der Sonne Willen
die hintern Mond sich schiebt.

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