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Migranten auf Sylt : So kann Sylt den Flüchtlingen helfen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Überall auf der Insel helfen viele Insulaner im Alltag dabei mit, dass sich Flüchtlinge auf der Insel wohlfühlen. Doch es wird noch weitere Hilfe benötigt.

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erstellt am 26.Aug.2015 | 05:42 Uhr

Im Teehaus Janssen probt seit Monaten immer mittwochs ein multi-kultureller Chor, im Team Sylt üben sich Flüchtlinge im Fußballspielen und überall auf der Insel helfen viele Insulaner im Alltag dabei mit, dass sich  die Flüchtlinge, die auf Sylt untergebracht werden, auf der Insel wohlfühlen. Wir haben uns mit ihnen über ihre freiwillige Arbeit unterhalten und stellen zusammen, wo und wie weitere Insulaner mitmachen können, damit Sylt eine weltoffene Insel bleibt.

Danica Jansen  gehört zu den Freiwilligen, die sich auf der Insel für Flüchtlinge engagieren. Bereits seit Oktober vergangenen Jahres war sie als Sprachhelferin bei den Deutsch-Kursen der Integrationshilfe aktiv. Gegenwärtig hilft Jansen Asylbewerbern vor allem bei deren Gängen zum Sozialzentrum, bei Arztbesuchen, beim Einholen von Arbeitserlaubnissen und auch bei der Arbeitssuche. „Einmal habe ich sogar eine Schwangere zur Entbindung auf das Festland begleitet“, erzählt sie. „Neben meiner Arbeit in der Geschäftsstelle der Sylter Unternehmer hat sich das mittlerweile zu einer Art 24-Stunden-Job entwickelt. Das ist zwar anstrengend, macht aber sehr viel Spaß.“

Auch Juliane von Holdt, Mitbegründerin der Integrationshilfe Sylt, sieht das Engagement der Sylter im Grunde  positiv: „Sehr viele Sylter wollen sich einbringen, es gibt ganz viele positive Beispiele von Nachbarschaftshilfe.  Die Kinder spielen zusammen und wenn Fußballschuhe fehlen, werden die schnell besorgt.“

Für sie ist diese funktionierende Integration auch ein Argument dafür, dass Flüchtlinge auch künftig möglichst dezentral in den verschiedenen Inselorten untergebracht werden. Sehr positiv sieht von Holdt auch die vor einigen Monaten geschaffene Stelle der Integrationsbeauftragten in der Verwaltung der Gemeinde Sylt: „Seit Frau Haltermann diesen Posten bekommen hat, funktioniert es mit der Organisation der Hilfe viel besser.“ Dazu trügen auch die regelmäßig veranstalteten Runden Tische  zum Thema Integration bei, bei denen Helfer und potenzielle Helfer sich informieren können.

Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt, freut sich über den Einsatz der hilfsbereiten Insulaner: „Ich erlebe uns als gute Gastgeber“, sagt er. Doch auch negative Kommentare zum Thema Flüchtlinge bekommt er zu hören: „Viele dieser Kommentare kommen von Gästen, die mir erzählen, dass sie nicht mehr nach Sylt kommen werden, wenn wir hier Asylsuchende unterbringen.“

Solche Äußerungen, sagt Häckel, würden ihn sehr „irritieren“. Von Syltern höre er derartige Töne dagegen glücklicherweise weniger. An seine Mitbürger hat er dennoch eine Bitte: Um die steigende Zahl der Flüchtlinge unterzubringen, ist die Verwaltung weiterhin auf der Suche nach geeignetem Wohnraum. Was allerdings nicht hilft: „Wenn uns abrissreife Gebäude für ein Jahr zur Verfügung gestellt werden sollen, weil sie momentan ohnehin nicht bewohnbar sind.“

Wie können Sie helfen?- Sprachhilfe: Die Integrationshilfe sucht weiterhin nach Menschen, die die Flüchtlinge beim Deutschlernen unterstützen. Dazu sind keine besonderen Vorkenntnisse vonnöten. Kontakt: jvonholdt@hotmail.com oder über Facebook in der Gruppe Integrationshilfe Sylt

- Für den Haushalt: Die Werkstatt 36 des Diakonischen Werkes Südtondern kooperiert bei der Unterstützung von Flüchtlingen mit der Gemeinde Sylt. Entgegengenommen oder nach Vereinbarung bei den Spendern auch abgeholt werden Möbel aller Art und Elektrogeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen. Außerdem können Geschirr, Töpfe, Pfannen und zum Beispiel Wasserkocher sowie Teppiche abgegeben werden. Keitumer Landstraße 36 in Tinnum, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr. Für Abholungen und weitere Infos bitte anrufen unter Telefon 04651-8357381.

- Kleiderspenden: Kleider bitte bei der Arbeiterwohlfahrt für deren Kleiderkammer abgeben. Kontakt: info@awo-ortsverein-sylt.de, Tel. 04561-22325

- Fahrräder: Die Sylter Unternehmer suchen dringend weiter Fahrräder, die von ihnen generalüberholt und dann an die Flüchtlinge verteilt werden. Wer ein Fahrrad spenden möchte, soll sich bitte unter Telefon 04651-23668 melden.

- Hygieneartikel: Der Drogeriemarkt Budnikowsky in Wenningstedt sammelt im Geschäft dort oder anderswo gekaufte Hygenieartikel, die vom Unternehmen zu den Flüchtlingen transportiert werden.

- Allgemein: Für weitere Fragen zum Thema Flüchtlinge können sich Bürger an Tina Haltermann von der Verwaltung wenden (04651-851540). Außerdem sind Sie zum nächsten Runden Tisch eingeladen - ein Termin steht derzeit aber noch nicht fest. Friederike Reußner

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