„Elon“ und „Felix“ : So haben die Stürme Sylt verändert

Auch am Lister Weststrand sind die Sturmfolgen zu sehen. Hier ein Bild vom 8. Januar...
Auch am Lister Weststrand sind die Sturmfolgen zu sehen. Hier ein Bild vom 8. Januar...

Fachleute haben diese Woche die Sylter Westküste in Augenschein genommen: Auf 17 Kilometern gab es Abbrüche.

shz.de von
16. Januar 2015, 05:19 Uhr

Spaziergänger an Sylts Westküste sehen täglich die Spuren, die das Meer am Strand hinterlässt: manchmal nur in Form eines Spülsaums, der statt 100 Schritte vom Strandübergang eben nur 20 Schritte entfernt liegt – manchmal aber auch in Form von Dünenabbrüchen oder weggerissenen Strandtreppen.

Nach den Stürmen „Elon“ und „Felix“, die Ende vergangener Woche mit Orkanböen über die Insel tobten, haben sich einige Westküstenabschnitte wesentlich verändert: Von den 38 Kilometern der Sylter Westküste gab es auf zwei Kilometern Abbrüche an Randdünen und auf 15 Kilometern an Vordünen. An mehreren Stellen wurden tiefe und teilweise schmale Strände registriert. 21 Kilometer weisen keine Schäden auf. Das ist das Ergebnis der Fachleute des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), die am Dienstag Sylts Westküste in Augenschein genommen haben.

Das Rote Kliff in Kampen hat während der Stürme vergangene Woche gelitten.
syltpicture (1), Steur-Fiener (2)
Das Rote Kliff in Kampen hat während der Stürme vergangene Woche gelitten.

In Kampen hat die tosende See das aufgespülte Sanddepot auf Höhe Sturmhaube fast komplett weggespült, erzählt Strandchef Greg Baber. „Wir haben einen hohen Sandverlust und das Strandniveau ist jetzt sehr niedrig.“ Das sei unter anderem sehr gut an den jetzt wieder offen daliegenden Geotextilien vor Haus Kliffende zu sehen. Auch das Podest, eine Aussichtsplattform, wurde derart unterspült, dass Greg Baber es vorsorglich sperren ließ. „Mittwoch war ein Statiker da und hat sich das Podest angeguckt und vermessen.“ Noch liegen seine Ergebnisse nicht vor, deshalb dürfen keine Besucher auf die Plattform.

In List registriert Kurdirektor Boris Ziegler ebenfalls große Sandverluste. Im Gegensatz zu Kampen gebe es aber keine Schäden wie Treppenabbrüche oder ähnliches zu verzeichnen. Baber und Ziegler betonen, dass die jährlichen Sandvorspülungen sehr wichtig seien und es sich bei solchen Stürmen wie „Elon“ und „Felix“ zeige, dass die Küstenschutzmaßnahmen Sandvorspülungen und das Setzen von Sandfangzäunen auch Wirkung zeigen. Ihre Einschätzung deckt sich mit der des LKN: „Die Sturmfluten dieses Winters haben Sylt erkennbar zugesetzt. Im Wesentlichen ging aber Material verloren, das in den vergangenen Jahren für diese Zwecke aufgespült worden war. Die Sandvorspülungen bewähren sich so immer wieder. Auch der Wellenbrecher bei Hörnum erfüllt seine Funktion. Die starken Dünenverluste an der Südspitze der Hörnum-Odde folgen den natürlichen Gegebenheiten dieses Naturschutzgebietes. Durch die Verlängerung des Wellenbrechers passt sich die Gestalt der Küste zudem an die neue morphologische Situation an“, bewertet Johannes Oelerich, Direktor des LKN, die Situation der Sylter Westküste.

... und eine Aufnahme aus der gleichen Perspektive vom 13. Januar, also nach dem Sturm.
... und eine Aufnahme aus der gleichen Perspektive vom 13. Januar, also nach dem Sturm.

Der abgespülte Sand am Weststrand liege laut LKN nun im unmittelbaren Küstenvorfeld unterhalb der Mittelwasserlinie, was an der breiten Wellenbrecherzone erkennbar sei. Es sei möglich, dass sich die Strände teilweise wieder erholen und sich der Sand wieder zu Vordünen aufbaue.
 

Die Ergebnisse vom Dienstag sind ausgewertet und kartenmäßig dargestellt. Sie sind öffentlich zugänglich.

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