So gelingt das Sylt-Foto mit dem Handy

Oma Urszula Nowakowska und die Töchter Lusanna und Julia (neben Oma) und sich selbst mit dem Handy zu fotografieren, findet Marlena Banaskiewicz nicht ganz einfach.  Foto: Reußner
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Oma Urszula Nowakowska und die Töchter Lusanna und Julia (neben Oma) und sich selbst mit dem Handy zu fotografieren, findet Marlena Banaskiewicz nicht ganz einfach. Foto: Reußner

sh:z-Fotochef gibt Tipps, wie die Urlaubsfotos mit Handy oder klassischer Kamera noch schöner werden / SR-Leser zeigen ihre Handy-Bilder

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22. Juli 2013, 11:41 Uhr

Sylt | Etwa jeder dritte Deutsche besitzt ein Smartphone - gefühlt 90 Prozent von ihnen fotografieren sich damit auf Sylt vor dem Sonnenuntergang, vor St. Severin oder am Roten Kliff. Ist ja auch praktisch - wer ein Smartphone mit halbwegs solider Kamera besitzt, hat den Fotoapparat immer in der Handtasche. Und kann die fotografischen Urlaubsgrüße per MMS, Mail oder WhatsApp schnell nach Hause schicken. Tipps für gute Fotos mit dem Smartphone und für Urlaubsbilder allgemein hat sh:z-Fotochef Martin Jahr zusammengestellt.
.Aktuelle Smartphones warten mit einer recht hohen Auflösung von fünf Megapixeln auf. Der Bildsensor ist allerdings recht klein - deshalb haben die Bilder eine geringere Bild-Qualität als eine klassische Kamera. Auch Autofokus ist bei Smartphones inzwischen Standard, dieser stellt jedoch auf alle Objekte scharf - man darf also keine Aufnahmen mit Tiefe erwarten, wie man es von klassischen Kameras gewohnt ist. Gerade bei schlechtem Licht stoßen Smartphones an ihre fotografischen Grenzen, auch, wenn immer mehr Geräte über ein Fotolicht verfügen.
.Ein Motiv wirkungsvoll in Szene zu setzen, das ist die große Kunst für den Fotografen. Nicht auf die Kameratechnik kommt es an - sondern zu allererst auf das gute Auge. Mit einem Smartphone können also ebenso schöne Aufnahmen entstehen wie mit einer Kompaktkamera oder einer Spiegelreflexkamera. Bevor der Auslöser betätigt wird, sollte man sich überlegen, was man dem Betrachter vermitteln möchte. Hier ist der Bildausschnitt entscheidend, ist dieser weit gefasst, so wird das Hauptmotiv in Beziehung zu seiner Umwelt gesetzt - Stimmungen werden mit einbezogen. Ein enger Bildausschnitt hingegen vermittelt ein Gefühl von Nähe.
. Eine der wichtigsten Regeln in der Fotografie - ob mit dem Smartphone oder mit der klassischen Kamera - lautet: "Ran an das Motiv". Beim Smartphone ist diese Regel allerdings besonders wichtig, denn die meisten Smartphone-Kameras haben weitwinklige Linsen - was Ihnen nah erscheint, ist auf dem Handyfoto nur ein kleiner Fleck. Zoomen hilft beim Smartphone nicht wirklich: Dadurch wird die Auflösung schlechter. Gehen Sie also lieber näher ran. Wenn Sie beispielsweise Personen fotografieren, so nähern Sie sich ihnen schrittweise mit jedem Auslösen. Der Bildausschnitt wird so Schritt für Schritt verdichtet, störende Bilddetails verschwinden, das Hauptmotiv rückt prominent in den Mittelpunkt.
.Die für das Bild wichtigen Informationen werden von Hobby-Fotografen oft in der Bildmitte platziert. Der Grund dafür liegt in unseren Sehgewohnheiten. In der Fotografie sollte man aber versuchen, diesen Gewohnheiten zu trotzen und das Motiv aus der Bildmitte zu verbannen, denn solche Aufnahmen wirken schnell langweilig. Also die Ehefrau mal nicht direkt vor die wogende Nordsee stellen - dadurch gewinnt fast jede Aufnahme.
. Gebäude fotografisch festzuhalten, ist oftmals kein Kinderspiel, denn viele Faktoren entscheiden über die Bildwirkung. Der Vorteil für den Fotografen ist, dass Bauwerke nicht weglaufen können. Man kann also so lange probieren, bis es passt. Es ist allerdings wichtig, auf die Kontraste zu achten, man kann ein wenig mit Licht und Schatten spielen. Wenn es nicht passt, einfach mal eine andere Tageszeit wählen.
. Ein Motiv bekommt mehr Tiefe und erscheint lebendiger, wenn die Umgebung mit ins Bild einbezogen wird. Wechseln sie auch mal die Perspektive. Gehen Sie zum Fotografieren in die Hocke, legen sich auf den Boden oder stellen sich auf eine Bank: Das Motiv wirkt dann oft interessanter.
.Mit Handy-Apps wie beispielsweise Instagramm lassen sich Smartphone-Fotos beliebig verändern und mit Effekten versehen. Wer den Wenningstedter Strand im Stile einer alten Polaroid-Aufnahme fotografieren möchte, oder wie durch ein Fisheye betrachtet, sollte sich so eine App auf sein Handy herunter laden.

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