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Sylter Rundschau

12. Dezember 2017 | 02:27 Uhr

So geht das insulare Vertrauen baden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zur Grundsatzentscheidung der Gemeinde Sylt für ein neues Sportschwimmbecken in der Sylter Welle und gegen den Erhalt der Lister Schwimmhalle

von
erstellt am 20.Feb.2014 | 16:12 Uhr

Auch wenn die Entscheidung für ein zusätzliches Sportschwimmbecken in der Sylter Welle aus mancherlei Gründen vielleicht sinnvoll und vernünftig sein mag, besonders klug ist der politische Alleingang der Gemeinde Sylt nicht. Ist diese Entscheidung doch Wasser auf die Mühlen all jener, die weitere Gemeindefusionen ablehnen, weil sie die Dominanz der Inselmitte fürchten. Eine Dominanz, die schlicht Fakt ist, weil allein Westerland in jedem insularen Gremium die Mehrheit hätte. Was die politischen Vertreter der Gemeinde Sylt jedoch nicht daran hindern sollte, den insularen Konsens zu suchen, statt den Rest der Insel zu Statisten zu degradieren, wie bei der Schwimmbad-Diskussion im insularen Schulverband geschehen.

Die Art und Weise, wie in das Thema in den verschiedenen Gremien behandelt wurde, wirkt durchaus so, als ginge es vorrangig um eine Lösung für das marode Außenbecken der Sylter Welle, für die der Schul- und Schwimmsport den willkommenen Aufhänger liefert. Ab dem Moment, als der ISTS die Sylter Welle ins Spiel brachte, war das Schicksal der Lister Schwimmhalle quasi schon besiegelt. In dem Wissen, dass es ohne das Geld der großen Gemeinde Sylt nicht geht, wurden alle anderen Interessen und Argumente ausgeblendet.

Wie gesagt: Es gibt viele Gründe, die für die jetzt gefällt Entscheidung sprechen – von der zentralen Lage über die langfristige Sicherung des Schwimmsports bis zu den finanziellen Synergien –, aber es gibt bestimmt ebenso viele für den Erhalt der Lister Schwimmhalle. Das reicht vom Süßwasser über die exklusive Nutzung durch Schulen und Vereine bis hin zur bewussten Stärkung einer Randgemeinde durch insulare Infrastruktur. Doch an einem fairen Abwägen im Interesse der gesamten Insel hatte man in der Inselmitte offenbar kein Interesse. Stattdessen folgte man dem Zeitdruck des ISTS, verzichtete auf fachkundige Vergleiche der beiden Alternativen, und beschloss, was längst beschlossen war. Fazit: Die Vereine werden sich bei aller Skepsis mit dem neuen Becken sicherlich bald anfreunden – wenn auch nicht ganz so schnell, wie das insulare Vertrauen baden gegangen ist.

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