Discounter auf Sylt : Sky-Neubau im Dauerschlaf

Kein schöner Anblick – die Baustelle für den Sky-Markt an der Keitumer Landstraße, der jedoch Rewe heißen wird.
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Kein schöner Anblick – die Baustelle für den Sky-Markt an der Keitumer Landstraße, der jedoch Rewe heißen wird.

Kreis Nordfriesland hat Baugenehmigung für die Außenanlagen des Tinnumer Supermarktes bereits im Herbst erteilt

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17. Januar 2018, 05:32 Uhr

Im Tinnumer Gewerbegebiet rund um den Kiarwai sind die Handwerker aktiv – allerdings nicht beim Sky-Markt. Netto hat für eine Woche wegen Renovierung geschlossen, auf dem Grundstück für den Lidl-Neubau wird der Königreichssaal der Zeugen Jehovas abgerissen. Bei Sky hingegen hofft Projektleiter Sellschopp darauf, dass endlich der Bau der Außenanlagen beginnen kann.

Der Sky-Neubau an der Keitumer Landstraße mit zehn Dauerwohnungen im Obergeschoss scheint seit Monaten stillzustehen. Die Bewohner der Nachbarhäuser sind genervt – über das große Gebäude vor ihrer Haustür sowieso, aber auch wegen der umherfliegenden Bauabfälle, die die Handwerker auf dem Grundstück hinterlassen haben. „Das Gebäude ist für das Grundstück zu groß“, empörte sich eine Anwohnerin, „wie konnte die Baubehörde so etwas nur genehmigen?“

Der alte Sky-Markt an dieser Stelle wurde im Oktober 2014 abgerissen. Damals war noch von einer Wiedereröffnung 2015 die Rede. Nachdem die Hamburger Bauherrin Maria Schipmann mit der Firma Aug. Prien einen neuen Generalunternehmer gefunden hatte, war am 14. März 2016 Grundsteinlegung für das neue Gebäude, das Bauschild verkündete die „Neueröffnung 2016“. Mittlerweile steht auf dem Schild nur noch: „Wir bauen für Sie neu!“ Der Handelsname Sky ist zudem Geschichte; nach dem Zusammengehen von Coop mit Rewe wird der Tinnumer Supermarkt das rote Rewe-Logo bekommen.

Die Nachbarn hatten mit juristischer Unterstützung dafür gesorgt, dass die kleine Stichstraße zu ihren Häusern nicht für die Zufahrt der anliefernden Lkw genutzt werden darf. Damit war die Planung für den Außenbereich hinfällig, der Kreis zog seine Baugenehmigung zurück. Erst als die Bauherrin Pläne vorlegte, nach denen die Lastwagen auf dem eigenen Grundstück um das Gebäude herumgeführt werden, gab der Kreis grünes Licht für den Bau des Parkplatzes. Die Nachtragsbaugenehmigung sei im September erteilt worden, berichtete Kreispressesprecher Hans-Martin Slopianka. Nachdem die Widerspruchsfrist im November abgelaufen war, hätte das Bauunternehmen loslegen können. Stattdessen ist Winterpause am Kiarwai.

Die Ausführungsplanung für die Außenanlagen habe viel Zeit in Anspruch genommen, begründete Projektleiter Dr. Stefan Sellschopp gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Im Dezember seien die Pläne an den Generalunternehmer gegangen. „Jetzt stimmt er sich mit dem Tiefbauunternehmen ab und legt los.“ Sellschopp schätzt den zeitlichen Aufwand auf zehn Wochen, legt sich aber nicht auf einen Fertigstellungstermin fest. „Das ist vom Wetter abhängig.“ Hat Tinnum zu Ostern einen Rewe-Markt? „Vielleicht schaffen die das.“

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