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Kunstprojekt auf Sylt : Skulpturen, inspiriert von Gret Palucca

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ab Mai 2015 wird der Rathausvorplatz zum Museum / Der Künstler Thomas Reichstein wird dort seine lebensgroßen Plastiken ausstellen

Tanzende Pärchen vor dem Rathaus: Von Mai bis September 2015 wird der Dresdener Bildhauer Thomas Reichstein seine lebensgroßen Bronzeplastiken auf der Rasenfläche vor dem Westerländer Rathaus präsentieren. Ausgestellt werden sollen sechs Figuren, geordnet zu drei Paaren, darunter drei tanzende und drei stehende Plastiken, sowie eine Reihe von kleineren abstrahierten Fischplastiken, für die noch ein geeigneter Ort gefunden werden muss. Die letzte Hürde für die Realisierung der Ausstellung wurde bei der Sitzung des Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschuss am vergangenen Mittwoch genommen: Die Kosten für den 3 000 Euro teuren Transport von Dresden nach Sylt werden von der Gemeinde übernommen.

„Sylt ist die schönste Stelle an der Nordsee, die ich mir für eine Ausstellung vorstellen kann“, freut sich der Künstler. Vor zwei Jahren war er das erste Mal auf der Insel und hatte sofort den Wunsch, seine Skulpturen hier ausstellen zu dürfen. Er bewarb sich bei den Sylter Kunstfreunden und stieß bei der Vorsitzenden Petra Nies auf großes Interesse: „Wir wollten schon lange eine Ausstellung auf dem Rathausplatz realisieren“, erzählt sie, „und mit Thomas Reichstein haben wir einen Künstler gefunden, der in der Kunstszene einen Namen hat. Das macht uns richtig stolz.“

Zu Sylt hat Reichstein einen besonderen Bezug: Sein Werk ist stark von Gret Palucca inspiriert. Während seiner Ausbildung zum Bildhauer an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden hatte er in einem Kurs Tanzunterricht bei Charlotte Loßnitzer, einer direkten Schülerin Gret Paluccas. In dieser Zeit ist der Bildhauer von der Dresdner Tänzerin und Tanzpädagogin, die viel Zeit ihres Lebens auf Sylt verbrachte, stark geprägt worden: „In meinen Arbeiten beschäftige ich mich viel mit Tanz, insbesondere dem modernen Ausdruckstanz“, erzählt der Künstler, „die Figuren zelebrieren die Freude des Tanzes, so wie Gret Palucca es vorlebte.“ Seine Plastiken fertigt Reichstein seit 15 Jahren in Thailand. Dort wohnt der vierfache Vater jedes Jahr von Januar bis März in einer Gießerei. „An Thailand reizt mich einerseits der Buddhismus als Religion, außerdem wurden dort schon vor 900 Jahren Buddha-Statuen in Bronze gegossen, die Menschen haben dort also viel Erfahrung mit meiner Kunst.“ Für ihn sei das Arbeiten in Thailand einfach wie eine Ausklinkung aus dem Alltag: „Ich muss dort nichts verkaufen, bin nicht besonders gut erreichbar und kann mich voll konzentrieren“, erzählt er und fügt lachend hinzu: „Außerdem ist es dort warm.“ Die fertigen Skulpturen werden nach der Schaffensphase mit einem Seefrachtcontainer nach Deutschland geschifft.

Reichsteins Skulpturenausstellung wird im Mai begleitet von einer Ausstellung seiner Lebensgefährtin, der Künstlerin Doreen Wolff, in der Stadtgalerie Alte Post in Westerland. Petra Nies kann sich auch gut vorstellen, begleitende Tanzprojekte zu der Ausstellung zu organisieren, um den direkten Bezug zu Gret Palucca herzustellen.

Reichstein freut sich sehr über die Unterstützung der Sylter Kunstfreunde: „Es ist toll, so einen engagierten Verein zu erleben. Ich bin regelrecht begeistert, auf was für einen fruchtbaren Boden ich hier gestoßen bin.“

Apropos Boden: Um die Skulpturen fest in der manchmal stürmischen Sylter Landschaft zu platzieren, werden sie mit langen Erddübeln im Boden verankert. Berührungsangst vor den Plastiken ist auch nicht nötig: Auf den niedrigen Fischplastiken dürfen auch die kleinen Betrachter ohne die Einwände des Künstlers rumklettern.

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 21.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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