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Parkchaos in Keitum : Siidik: Wohin mit all den Autos?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Seit Ausweitung des Angebotes im Keitumer Teekontor wird es in der kleinen Straße eng. Der Ortsbeirat votiert für befestigte Parkplätze am nördlichen Straßenrand.

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erstellt am 05.Feb.2014 | 00:33 Uhr

Eigentlich ist der Keitumer Siidik eine kleine Anliegerstraße am Ortsrand mit Durchgangsverkehr in die Tinnumer Wiesen und vielen Fahrradfahrern – allerdings ohne befestigte Straßenränder, Gehwege oder Parkbuchten. Das gute Dutzend privater Anlieger hat auf seinen Grundstücken ausreichend Platz für Pkw-Stellplätze, Besucher parken vor den Grundstücken auf Grünstreifen. Doch seit etwa zwei Jahren wird der Siidik regelmäßig zugeparkt. In der Silvesterwoche zählten Anwohner knapp 50 Fahrzeuge links und rechts der schmalen Straße. Einer der Hauptgründe ist der große Erfolg des Keitumer Teekontors und seines attraktiven Veranstaltungsangebotes. Teeverkauf, Seminare und Konzerte locken immer mehr Besucher in den Siidik.

So erfreulich dies aus touristischer Sicht ist, so sehr ist das Parkproblem der Gemeinde Sylt und dem Keitumer Ortsbeirat ein Dorn im Auge. Der Versuch, der Autoflut mit Verbotsschildern Herr zu werden, schlug jedoch fehl. Der Schilderwald trug eher zur Verwirrung als zur Regulierung bei. Darum unternimmt die Gemeinde derzeit einen erneuten Anlauf für eine dauerhafte Lösung des Problems. Einer Anliegerversammlung folgte jetzt die Beratung im Ortsbeirat.

Während das Bauamt noch dabei ist, die Kosten für die Befestigung des Straßenrandes zu ermitteln und zu klären, wer dafür aufzukommen hat, ging es im Beirat vor allem um die Frage, ob die befestigten Parkplätze besser auf der Nord- oder auf der Südseite aufgehoben sind. Verkehrsrechtlich ausgeschlossen sind laut Aussagen des Ortsbeirates sowohl die beidseitige Nutzung wie auch quer zur Straße angelegte Parkplätze, von denen es derzeit elf Stück vor dem Teekontor gibt. Nach längerer Diskussion sprach sich der Ortsbeirat dafür aus, das generelle Halteverbot für den Siidik beizubehalten und einseitig am weniger besiedelten nördlichen Straßenrand befestigte Parkplätze in Längsrichtung zu erstellen. Da einige Anlieger der Südseite gerne vor ihrem Grundstück eine Parkmöglichkeit hätten, soll durch die Verwaltung geprüft werden, ob die Breite der Straße verkehrsrechtlich an vereinzelten Stellen beidseitiges Parken zulässt.

Eine Regelung, die zwar Klarheit schafft, aber das Problem des Teekontors nicht wirklich löst, da es dann künftig maximal vier Pkw-Stellplätze vor der Ladentür hätte. Das sieht auch Teekontor-Inhaber Wolfgang Zaeske so, der den Vorschlag des Ortsbeirates ansonsten für vernünftig hält. „Uns liegt viel an einer einvernehmlichen Lösung“, betont Zaeske und hofft auf ein Einlenken der Gemeinde bei den Stellplätzen vor dem Teekontor. „Hier draußen kann man den Gästen schlecht sagen, ihr müsst zu Fuß herkommen, wie es im Ortskern möglich ist.“ Anders als Stimmen aus dem Ortsbeirat sieht er kein Problem darin, dass die Fahrzeuge vor dem Laden rückwärts ausparken müssen. „Die Kurve ist 30 Meter weg und wenn hier jeder die erlaubten 30 km/h fährt, ist es auch nicht gefährlich.“ Den Vorwurf, die Konzerte im Teekontor würden die Situation verschärfen, weist er zurück. „Die Konzerte sind immer sonntags, wenn alles andere geschlossen hat. Das Verkehrsaufkommen ist nicht höher als an anderen Tagen und wir setzen sogar extra Parkeinweiser ein. Zum Jahreswechsel herrschte auch an anderen Stellen der Insel Ausnahmezustand.“

Dem Vorschlag eines Anliegers, die private Grünfläche westlich des Teekontors als Parkfläche auszuweisen, „wenn die Gemeinde sagt, das gewerbliche Angebot ist erwünscht“, erteilte der Bauausschussvorsitzende Bernd Christensen rein rechtlich eine klare Absage: „Diese Fläche ist zum einen Außenbereich und darf nicht bebaut werden, zum anderen liegt die Zufahrt im Kurvenbereich.“

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