Kultur auf Sylt : Sichtbarer Geist, sichtbare Seele

Drei Generationen Familie Sieg bei der Vernissage: Tochter Anke, Witwe Sigrid, Enkeltochter Vera Nickelsen, Tochter Tanja, Enkeltochter Juliane und Tochter Carola – v.l.n.r.
Drei Generationen Familie Sieg bei der Vernissage: Tochter Anke, Witwe Sigrid, Enkeltochter Vera Nickelsen, Tochter Tanja, Enkeltochter Juliane und Tochter Carola – v.l.n.r.

Bis Ende Dezember zeigt die Stadtgalerie Alte Post Werke aus der letzten Schaffensperiode des Keitumer Malers Herbert Sieg

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10. Dezember 2014, 06:00 Uhr

„Er war kein Mann, der dünne Bretter bohrte. Alles, was Herbert Sieg machte, tat er aus ganzem Herzen, mit aller Kraft – oft bis zur Grenze seiner Belastbarkeit“, sagte Petra Reiber in ihrer Eröffungsrede zu einer Ausstellung mit Spätwerken des Sylter Arztes und Malers. Zahlreiche Weggefährten des engagierten Keitumers und Künstler wie Anke Bertheau, Ingo Kühl und Svetlana Vorreiter kamen am Montagabend in die Alte Post. Die Vernissage war aber ebenso ein Familientreffen der besonderen Art, denn anwesend waren außer Herbert Siegs Witwe Sigrid auch deren drei Töchter Anke, Carola und Tanja sowie die beiden beiden Enkelinnen Juliane und Vera.

Bürgermeisterin Reiber erinnerte in ihrer Lauditio an den „Draufgängertyp Sieg“, der sich bereits von seiner Jugendzeit an zu einem „hochproduktiven Künstler mit viel Temperament entwickelt hat, dessen Malsprache stets spannungsgeladen und dynamisch war“, wie es eindrucksvoll die zahlreichen farbintensiv-abstrakten Kompositionen mit Titeln wie „Sternzeichen“, „Wunderland“ oder „Feuertanz“ und „Aufgeblüht“ zeigten. Für Herbert Sieg war Kunst „sichtbarer Geist und sichtbare Seele zugleich“, so Reiber.

Beeindruckt berichtete die Bürgermeisterin auch von dem starken Willen des 2012 verstorbenen Künstlers, von seinem Glauben an eine Welt der Träume, Gedanken und Wünsche. Einen sehnlichen Traum habe Sieg sich erfüllen können: einmal mit dem Segelboot über den Atlantik zu fahren – „und natürlich hat er bei dieser Regatta mit seiner Crew den ersten Platz gewonnen“, so Reiber.

Zu Lebzeiten nicht mehr in Angriff genommen werden konnte jedoch sein Herzensprojekt: die Errichtung eines Kunstmuseums auf dem Gelände der Keitumer Thermenruine. Die Umsetzung dieser Pläne und damit seine Hoffnung, dass es gelingt, auf der Insel ein Zuhause für die Kunst zu etablieren, hat Herbert Sieg der Sylter Kunstmuseums Stiftung hinterlassen, die von Ehefrau Sigrid und Tochter Carola in seinem Sinne weitergeführt wird.

Die Ausstellung mit den Spätwerken von Herbert Sieg läuft noch bis zum 27. Dezember 2014 in der Galerie Alte Post, Stephanstraße in Westerland. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uh und Sonnabend von 10 bis 13 Uhr.

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