Radfahren auf Sylt : Sicherer Fahrrad fahren auf dem Asphaltweg

Radeln aus dem Inselosten bis zur Nordseeküste: Die Radwege von Keitum über Tinnum nach Westerland sollen sicherer und komfortabler werden.
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Radeln aus dem Inselosten bis zur Nordseeküste: Die Radwege von Keitum über Tinnum nach Westerland sollen sicherer und komfortabler werden.

Nach vielem Hin und Her hat der Bauausschuss jetzt über die Ausbauform der Radstrecke „durch die Wiesen“ entschieden.

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16. Januar 2015, 05:21 Uhr

Lange wurde geplant, kalkuliert und präsentiert, vor allem jedoch darüber diskutiert und mitunter sehr heftig gestritten, mit welchen Materialien und zu welchen Kosten der neue Radweg parallel zur Bäderstraße zwischen Keitum und Tinnum ausgebaut werden soll. Nun ist im Bauausschuss die entgültige Entscheidung gefallen: jedoch für eine dritte Variante, die zuvor weder Politik noch Verwaltung auf dem Zettel hatten. Die knapp zweieinhalb Kilometer lange Strecke soll bereits bis Mitte Mai – also pünktlich zur Sommersaison – in Asphaltbauweise radfahrerfreundlich, aber auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge nutzbar gestaltet werden.

Damit haben sich die Gemeindevertreter gegen die finanziell günstigste Lösungsvariante eines wassergebundenen, so genannten Grandweges, aber auch gegen die teuerste Version mit Betonspurplatten entschieden. Für die Beton-Variante hatte sich insbesondere Manfred Uekermann, der Vorsitzende des Ortsbeirats Tinnum, immer wieder engagiert und streitbar eingesetzt. Letztmalig bei eben diesem entscheidenden Treffen des Bauausschusses am vergangenen Montag. Nach intensiver Diskussion beklagte sich Uekermann bitter, dass die Verwaltung „ihre eigenen Wege“ gehe und Beschlüsse der Ortsbeiräte Tinnum und Keitum einfach ignoriere.

Die Gesamtkosten für die durchgehend 3,5 Meter breite und 14 Zentimeter dicke Asphaltbaulösung inklusive einer in der seitlichen Bankette angeordneten Reitspur betragen 200  000 Euro. 80  000 Euro kommen aus Fördermitteln des Projektes Jülich von der Bundesregierung, 120000 Euro beträgt der Eigenanteil der Gemeinde Sylt. Zum Vergleich: Die Grand-Variante hätte 150  000 Euro (Förderanteil: 60  000 Euro) gekostet, der Ausbau des Radweges mit Betonspurplatten dagegen 455000 Euro – abzüglich 182  000 Euro an Fördermitteln eine Belastung der Gemeindekasse von 273 000 Euro. Obwohl die fast halbe Million mit einem Sperrvermerk bereits im Haushalt 2015 eingestellt war, entschieden die Ausschussmitglieder, einen Teil des Geldes besser für andere Zwecke zu verwenden.

Ein gewichtiges Argument gegen den zwar preiswerten wassergebundenen Ausbau seien die zu erwartenden Unterhaltungskosten: „Asphalt- und auch Betonspurlösung kosten jährlich zirka 3  000 Euro“, erläutert Reiner Brudnitzki vom Inselbauamt. „Für die Grandvariante dagegen sind jedes Jahr mindestens 5  000 Euro fällig, weil in der Mitte sowie links und rechts der Spur regelmäßig Pflanzen und Gräser entfernt werden müssen.“ Außerdem sei Asphalt durch seine Ebenheit und den geringen Rollwiderstand der ideale Belag für Radfahrer und Inline-Skater, so Brudnitzki.

Der Ausbau des Radweges in den Tinnumer Wiesen ist allerdings nur ein kleiner Bestandteil des Insularen Mobilitäts- und Verkehrskonzeptes. Allein für Radfahrer seien darin 15 verschiedene Maßnahmepakete in allen fünf Inselgemeinden vorgesehen, es betreffe jedoch darüberhinaus sämtliche Bereiche vom privaten Autofahren über Taxis und LKW bis zum öffentlichem Personennahverkehr. „Bis spätestens März werde ich dieses, für Sylts Infrastruktur so wichtige Konzept dem Bauausschuss vorlegen“, sagt Verkehsplaner Brudnitzki. Unter Umständen wird es zu der Thematik sogar eine Einwohnerversammlung geben, bevor dann die Gemeindevertreter endgültig entscheiden.

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