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Silvester auf Sylt : Sicher ins neue Jahr - Sylt versucht, Raketen-Rüpel fernzuhalten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylt schützt sich vor Böllerfans: Um die reetgedeckten Häuser zu bewahren, dürfen auf der gesamten Insel keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Verstöße zu verhindern, ist nicht immer leicht.

Böller, Fontänen und Glitzerregen: Ab heute dürfen in Deutschland wieder Feuerwerkskörper verkauft werden. Auch auf der Insel, auf der das Zünden von Silvester-Raketen eigentlich strikt verboten ist, nehmen jedes Jahr manche Einzelhändler Feuerwerk in ihr Sortiment auf. „Den Verkauf können wir nicht verbieten“, sagt Ordnungsamtsleiterin Gabriele Gotthardt, „allerdings besteht ein absolutes Abbrennverbot und das gilt auf der ganzen Insel. Ohne Ausnahme“.

Verboten sind die sogenannten Höhenfeuerwerke, also Raketen, Fontänen, Römische Lichter und alle anderen Feuerwerke, deren Effektkörper in die Höhe geschossen werden oder die durch einen Eigenantrieb in die Luft steigen. „Fackeln am Strand, Tischfeuerwerk und alles, was in die Kategorie Kleinstfeuerwerk fällt, ist natürlich erlaubt“, so Gotthardt.

Anlass für das Verbot ist vor allem der Schutz der zahlreichen reetgedeckten Häuser, für die die Feuerwerkskörper ein großes Brandrisiko darstellen. „Den meisten, die auf der Insel Silvester feiern, ist das Abbrennverbot bekannt“, sagt die Ordnungsamtsleiterin, „Ortsfremde, die das erste Mal auf der Insel sind, wollen wir mit Anzeigen, durch das Internet, die Zeitung, Plakate, aber auch mithilfe ihrer Vermieter auf das Verbot aufmerksam machen.“

Die Kontrolle sei allerdings äußerst schwierig, gibt Gotthardt zu. „Wenn eine Anzeige bei der Polizei oder bei uns eingeht, gehen wir dem selbstverständlich immer nach.“ Um den Übeltäter dann zu bestrafen, kämen sie jedoch meist zu spät. „Im besten Fall weiß der Anzeigende jedoch den Namen.“ Bei Verstößen gegen das Abbrennverbot drohen Geldbußen von bis zu 50    000 Euro. „Soweit, dass jemand diese Summe zahlen musste, ist es aber noch nie gekommen“, weiß Gotthardt. Besonders schwierig sei es, die Besucher auf den großen Sylter Silvesterpartys zu kontrollieren. „Wenn in der Nacht tausende Menschen unterwegs sind, können wir meist nicht viel machen.“ Allerdings werde versucht, die Menschen aufzuklären, „was zu späterer Stunde bei erhöhtem Alkoholpegel nicht immer einfach ist“, sagt sie.

Auch Westerlands Wehrführer Jörg Elias berichtet, dass die Überprüfung nicht immer leicht ist: „Auf der Promenade in Westerland bekommen wir das Abbrennverbot leider nur sehr schwer in den Griff“, sagt er, „wir haben aber viele Sicherheitskräfte, die darauf aufmerksam machen sollen und die Menschen über die Gefahren der Raketen für unsere Insel aufklären“. Dass diese Regelung eine wichtige Maßnahme für die Insel ist, weiß er aus eigener Erfahrung: „Bevor das Verbot in Kraft trat, haben die Feuerwehren auf der Insel in der Nacht zu Neujahr regelmäßig ausrücken müssen, um brennende Dächer zu löschen“, erzählt er. „Diese Raketen sind einfach die größte Gefahr die Reetdächer auf der Insel.“

Ganz auf ein Feuerwerk muss man aber auch auf der Insel nicht verzichten, denn Profis dürfen mit einem Erlaubnisschein Feuerwerk in der Luft jagen: Im Inselsüden gibt es um Mitternacht am Hörnumer Hafen ein großes, 15-minütiges Feuerwerk, das auf der Mole entzündet wird und Wenningstedt trumpft an der Promenade mit einer Laser-Show auf, die je nach Wetterlage am Silvesterabend ebenfalls Pyro-Effekte enthalten soll.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 19:14 Uhr

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