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Sensation für Ornithologen : Seltener Vogel kehrt zurück nach Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Schwarzbrauenalbatros machte am Freitag Station in Rantum. Das imposante Tier scheint zwischen Helgoland und Schweden zu pendeln

Am Freitag konnte im Rantumbecken ein Schwarzbrauenalbatros beobachtet werden – eine Sensation insbesondere für Vogelkundler. Neben dem zirka 80 Zentimeter großen Ausnahmegast – dessen Flügelspannweite eindrucksvolle 2,40 Meter beträgt – wirkten die Eiderenten, in deren Mitte er sich niedergelassen hatte, vergleichsweise klein. Der Albatros ruhte sich zunächst auf einer kleinen Brutinsel aus, drehte dann einige Runden über dem Wasser, um nach kurzer Gefiederpflege seiner langen schwarzen Flügel über den Deich in Richtung Süden abzustreichen.

Nur einige Flügelschläge von Helgoland entfernt, könnte man sagen, denn auf den Vogelklippen am dortigen Lummenfelsen ist der sonst nur auf der Südhalbkugel heimische Weltenbummler seit 2014 jedes Jahr im April zu beobachten. Ornithologen reisen von weit her an, sogar aus Schweden und Finnland, um den in Europa extrem seltenen Langstreckenflieger zu sehen. Es scheint immer wieder der gleiche Vogel zu sein, der nach meist schwerfälliger Landung, im Gehen recht tollpatschig, die Beobachter erfreut.

Im Abstand von Wochen verweilt der Albatros einige Tage auf Helgoland – gerne in der Nähe der Basstölpel-Kolonie, landet dann auf Sylt, pendelt über die Nordsee weiter segelnd bis nach Skagen, der nördlichsten Stadt Dänemarks, und sogar bis hoch nach Schweden. Zum Fliegen geboren, verbringt der Vogel fast sein ganzes Leben in der Luft. Bei weiten Wanderungen über das Meer folgt er gerne Fischereifahrzeugen, ernährt sich als „Lumpensammler“ aber auch von Krebsen, Krill und Fischen.

Auf den Falkland-Inseln am Südkap, rund um die Arktis, tausende Kilometer entfernt liegen die Brutplätze des Schwarzbrauenalbatros (Thalassarche melanophris). Obwohl in Europa kein Brutpartner in Sicht ist, scheint der Vogel nicht in seine ursprüngliche Heimat zurückzukehren. Ähnliche Einzelgänger kommen in ihren bis zu 60 Lebensjahren oft an die selben Plätze zurück.

Hier auf Sylt, auf der roten Felseninsel Helgoland sowie an vielen anderen Orten hoffen Vogelbegeisterte darauf, dass der imposante Besucher bei seinen weiten Gleitflügen über die See zwischen Frankreich und Nord-Jütland auch in Zukunft immer mal wieder zu einer Stippvisite vorbeischaut.


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erstellt am 24.Apr.2017 | 05:40 Uhr

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