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Sylter Heimatforscher : „Seine Wirkungsweise ist ungeheuer“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein neuer Sammelband gibt mit erstmals veröffentlichten Tagebüchern und Aquarellen einen neuen Blick auf den facettenreichen Sylter C.P.Hansen

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2015 | 05:30 Uhr

Die Insel Sylt, ihre Menschen, ihre Geschichte und die Natur: In zahlreichen Büchern wurde sowohl C.P. Hansen als Person als auch sein Werk ausführlich gewürdigt. Die verschiedenen Facetten des Laienforschers fassen drei Autoren in einem jetzt erschienen Sammelband zusammen. Ergänzt wird das Buch mit bisher unveröffentlichten Tagebucheinträgen und Zeichnungen Hansens aus einem alten Skizzenbuch sowie weiteren Quellen. Das Buch bietet eine neue Sichtweisen auf den Mann, der auch nach seinem Tod bis heute die Insel prägt.

„Wir sind sehr froh, dass wir das Buch jetzt in den Händen halten“, sagte Sven Lappoehn, Geschäftsführer der Söl’ring Foriining, zufrieden. Der Traditionsverein ist Herausgeber des Buches: Den Plan das Werk zu verlegen, habe es schon seit vielen Jahren gegeben – nun habe es endlich geklappt. Für jedermann leicht zu verstehen, helfen die verschiedenen Beiträge doch dabei, bereits vorhandenes Wissen über den Erforscher der Insel Sylt besser zu begreifen und zu vertiefen sowie mit neuen Informationen zu ergänzen. Untersuchungen zur Entstehung seiner umfangreichen Sammlungen führen dem Leser die Universalität Hansens vor Augen.

Mit den Vorfahren Hansens beschäftigte sich Autor und Geschichtsforscher Albert Panten in seinen Kapiteln von „C.P. Hansen – Ein Leben für Sylt“. Er untersucht Quellen, aus denen der Heimatforscher und Geograph sein Wissen schöpft. Als reinen Chronist sieht Panten ihn nicht, da er nicht streng chronologisch schrieb, sondern seine Einträge thematisch gliederte und auch kommentierte. Ausführlich geht der Autor auf die politische Entwicklung Hansens ein. Auch die Bemerkungen zu den bislang unpublizierten Tagebüchern des Keitumers aus den Jahren 1848 bis 1865 geben neue Einblicke in das Leben C.P. Hansens. „Er hat sich was angelesen, daraus ein Gerüst gebaut und mit besonderen Überlieferungen angefüllt“, sagte Panten. Die thematischen Beiträge werden ergänzt durch die Wiedergabe seiner Autobiographie. Ebenso die Ergebnisse seiner Vermessungen der Insel Sylt; eine bislang unveröffentlichte Karte des Mittelteils von Sylt zeigt das Talent des Autors zur genauen Erfassung seiner Heimat.

Finanziert wurde das Projekt „Aufarbeitung und Leben des C.P. Hansen“ vom Bundesministerium für Kultur und Medien und der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein. Rund 30  000 Euro wurden für das Projekt gezahlt. „Ohne diese Mittel wäre die Arbeit nicht möglich gewesen“, sagte Lappoehn von der Söl’ring Foriining.

Autorin Dörte Ahrens ist begeistert von den Zeichnungen C.P. Hansens, und vergleicht seine Wissbegierde und den Drang, Neues zu lernen mit Johann Wolfgang von Goethe. Die Kunsthistorikerin und Museumsleiterin lobt seine außergewöhnliche Herangehensweise: „Hansen ist besonders, er ist jemand, der in seine Umgebung schaut, es selbst erlebt und dann veröffentlicht.“ Der Sammelband enthält erstmals veröffentlichte Zeichnungen Hansens aus einem Skizzenbuch von 1868 aus dem Sylter Archiv, die „älteste Darstellung der Sylter Landschaft überhaupt“, heißt es im Buch. Die Landschaftsdarstellungen des Forschers wurden als Lithographien verbreitet und trugen neben seinen Schriften wesentlich zum Aufkommen des Fremdenverkehrs auf der Insel bei.

Der dritte Autor, Ommo Wilts, erforscht die friesische Sprache – insbesondere das Syltringische. Der Linguist würdigt C.P. Hansen als Sammler der friesischen Mythen und Sagen, die er ins Hochdeutsche übertrug. „Seine Wirkungsweise ist ungeheuer“, sagte Wilts. Zum einen, da Sylt durch C.P. Hansens Werke – mehr als andere Inseln – einen Reiz für die Allgemeinheit bekam, indem er das Eiland zum „Mythos Sylt“ stilisierte. Zum anderen transportierte er das Verständnis des Friesischen – das bis heute nachlebt.

Der große Nachlass Hansens wurde nie gebündelt verwaltet, sondern liegt weltweit verstreut an verschiedenen Orten. Das machte und macht die historische Aufarbeitung schwierig.

Seit rund vier Jahren haben sich die Autoren und Mitarbeiter der Söl’ring Foriining dem Leben und Werk des bekannten Sylters genähert. Den Anfang machte 2011 eine Dauerausstellung zu C.P. Hansen im Altfriesischen Haus. Eine Sonderausstellung „Sylt im Sinn – Der Chronist C.P. Hansen“, mit frisch restaurierten Zeichnungen Hansens, schloss daran an. Der Sammelband bildet den Abschluss des Projektes und der vor vielen Jahren begonnenen, aber noch längst nicht beendeten Forschung über diesen schillernden Menschen.
 

„C. P. Hansen - Ein Leben für Sylt“, Autoren: Dörte Ahrens, Albert Panten, Ommo Wilts, 228 Seiten, farbige Abbildungen, in Kartentasche beigelegte Karte, gebunden, Format 17 x 24 cm, € 19,95 , ISBN 978-3-89876-766-8 , Husum Verlag

 

 

 


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