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Sylter Rundschau

24. August 2017 | 05:17 Uhr

Sehen, wo man steht

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Denise Hänscheid vom Lister La Mer gewinnt den dritten Platz beim Preis der Großen Gastlichkeit

Während die Köche heute allerorten präsent sind, führt der Service in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schattendasein. „Dabei sind die Mitarbeiter im Restaurant so viel mehr als nur Tellerträger. Sie sind Regisseure, Psychologen und der wichtigste Kontakt zwischen Gast und Küche“, konstatiert Gabriele Steinheuer, die mit ihrem Mann Hans Stefan seit Jahrzehnten das Sternerestaurant Zur Alten Post in Bad Neuenahr betreibt und zu Deutschlands bedeutenden Gastgeberinnen zählt.

Aus diesem Grund hat das Ehepaar 2010 gemeinsam mit der renommierten Kochkunst-Vereinigung L’Art de Vivre den „Preis für Große Gastlichkeit“ ins Leben gerufen, bei dem herausragende Talente unter den Service-Mitarbeitern im Restaurant ihr Können unter Beweis stellen.

Dies tat gestern im Hamburger Hotel Louis C. Jacob auch Denise Hänscheid, seit Februar diesen Jahres stellvertretende Restaurantleiterin im Lister Gourmet-Restaurant La Mer. „Es hat mich gereizt, einmal zu sehen, wo man steht“, bekennt die 27-Jährige, der im Wettkampf gegen elf weitere Teilnehmer nicht nur der Sprung ins Finale gelang, sondern auch das Erreichen des dritten Platzes. Bevor ihr Sieg am späten Abend verkündet wurde, meisterte sie einen anspruchsvollen Parcours: Welcher Wein steckt im Glas, welche Aromen im Champagner? Welche Fehler sind dem Service beim Eindecken des Tisches unterlaufen? Dies waren Fragen, die Hänscheid im Laufe des ganztägigen Wettbewerbs praktisch beantworten musste. Wer die an namhaften Häusern wie der Traube Tonbach und dem Schlosshotel Lerbach geschulte Servicekraft dann am Nachmittag dabei beobachtete, wie sie der Jury in einem simulierten Verkaufsgespräch zunächst auf Deutsch und dann in fließendem Englisch ein Bankett für 30 Personen schmackhaft machte, ahnte bereits, dass sie es ins Finale schaffen würde.

Die dabei zu tranchierende Ente allerdings brachte die selbstkritische Hänscheid noch einmal ins Schlingern: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir das richtig gut gelungen ist.“ Ausgleichende Souveränität konnte sie dagegen nach eigener Einschätzung beim Käse demonstrieren, der auch im normalen Leben zu ihren großen Leidenschaften zählt. Schließlich freudiges Staunen bei der Bekanntgabe ihres Preises, der mit 500 Euro dotiert ist und überdies eine Reise in die Champagne sowie ein Sensorik-Seminar am International Wine Institute in Bad Neuenahr mit sich bringt – und den kulinarischen Sonderstatus der Insel weiter unterstreicht. Der Wechsel von ihrem letzten Arbeitsort Salzburg nach List fiel der Gewinnerin übrigens leicht: Bereits von Ende 2008 bis Mitte 2010 war sie als Wahl-Sylterin im Munkmarscher Fährhaus tätig. Trotz karrierefördernder Nebenwirkungen des Preises wird sie im La Mer auch in Zukunft gerne weiter als stellvertretende Restaurantleiterin arbeiten. Die Stelle des Restaurantleiters ist dort ihrer Ansicht nach nämlich optimal besetzt – mit ihrem Freund.

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erstellt am 23.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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