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Reetdach gegen Reeperbahn : Seenotretter: Sylt „gewinnt“ in letzter Minute

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Aktion Reetdach gegen Reeperbahn ist beendet: Am Montag wird über den Namen des neuen Rettungsschiffes in List entschieden.

von
erstellt am 08.Dez.2013 | 16:43 Uhr

„Es blieb bis zur letzten Minute spannend“, bestätigt Christian Stipeldey. Der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat den Endspurt im Spendenmarathon Reetdach gegen Reeperbahn erlebt „wie eine begehrte Auktion“. Durch die Möglichkeit der Onlineüberweisung hatten Sylter und Hamburger bis Freitag, 6. Dezember, 24 Uhr die Chance, die Spendensumme ihres Ortes durch eine Sofortbuchung direkt zu beeinflussen.

„An den letzten Taqen ist der Sylter Rückstand auf Hamburg stetig kleiner geworden. Am letzten Tag selbst war es ein mehrmaliges Hin und Her zwischen beiden Seiten, zum Schluss war es dann eine Sylter Großspende, die den Ausschlag gab“, so Stipeldey. Das waren 10 000 Euro, die der Sylter Sven Paulsen (Adler Schiffe, SVG) gegen 23:30 Uhr überwiesen hatte. Auch der Musiker Jo Bohnensack und etliche andere, oft ungenannt bleiben wollende Sylter hatten im Spenden-Endspurt noch Beträge zwischen 10 bis gut 1000 Euro online überwiesen und so für anhaltende Spannung bei den Seenotrettern gesorgt.

Auch wenn es bei der im März diesen Jahres begonnenen Aktion nach anfänglicher Führung Sylts lange Zeit so aussah, als würde Hamburg das Rennen machen und damit der Name des neuen Seenotkreuzers einen Hamburgbezug bekommen, schaffe Sylt in den letzten Wochen immer mal wieder den Vorsprung. Mit 706 921, 50 Euro hat Sylt im Vergleich zu Hamburg mit 697 000,49 Euro eine um fast 10 000 Euro höhere Spendensumme aufgebracht als die Hanseaten. Ein edler Wettstreit, „bei dem weder Sylt noch Hamburg in dem Sinne Gewinner sind. Gewonnen haben die Seenotretter“, freut sich Christian Stipeldey.

Für die DGzRS war die Aktion Reetdach gegen Reeperbahn absolute Premiere, denn so wurden bisher noch nie Spenden eingesammelt. Dass am Ende nicht die Wunschsumme von 1,8 Millionen Euro für das neue, rund fünf Millionen Euro teure Schiff, ganz erreicht wurde, sondern „nur“ 1 403 921,98 Euro, ist für Christian Stipeldey nicht ausschlaggebend. „Die Spendensumme ist auch so überwältigend hoch, die Kosten für den Schiffsbau sind abgesichert und die Hoffnung groß, dass ja auch weiterhin für die Seenotretter gespendet wird. Wir sind zunächst mal allen Spendern sehr, sehr dankbar für ihre großzügigen Überweisungen und freuen uns über den Sympathiebeweis, den sie uns auch damit gezollt haben“.

Die Sylter dürfen sich jetzt freuen, dass der neue Seenotkreuzer einen Namen mit Bezug zur Insel bekommt. Heute wird der ehrenamtliche Vorstand der DGzRS gemeinsam mit der Besatzung des Neubaus aus den über 100 Namensvorschlägen einen auswählen, auf den dann am kommenden Sonnabend das Spezialschiff in List getauft wird. Das kleine Arbeitsboot erhält aus einer ähnlich langen Vorschlagsliste einen Namen mit Bezug zu Hamburg. Bis zur Taufe bleibt die Wahl geheim.

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