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Sylter Rundschau

11. Dezember 2017 | 03:30 Uhr

Seehund-Sektion: Eindeutiges Ergebnis

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylter Seehundjäger erlösen Tiere von ihren Leiden / Untersuchung eines toten Tieres in Büsum

von
erstellt am 20.Feb.2014 | 11:39 Uhr

Die Empörungswelle über das Erschießen junger Seehunden an Sylter Stränden schlug Anfang der Woche erneut hoch, als die Bild-Zeitung erneut über das Thema berichtete (wir berichteten). Diese Berichterstattung war mit ein Grund dafür, dass sich das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover in Büsum dazu entschlossen hat, ein Tier im Beisein von Pressevertretern zu sezieren.

„Der Seehund kam vom Sylter Seehundjäger Thomas Diedrichsen“, erklärt die zuständige Tierärztin Prof. Dr. Ursula Siebert. Diedrichsen hatte vergangenen Freitag zwei Seehunde im Süden Westerlands geschossen. Zunächst wurde nur eines der beiden Tiere obduziert, da der andere Seehund noch stark gefroren war. Mäßiger Ernährungszustand, Parasitenbefall in Lunge, Herz, Darm und Magen, ungeformter Kot – ein Ergebnis, das laut Siebert eindeutig ist: Thomas Diedrichsen hat das Tier von seinen Leiden erlöst. Eine Rehabilitation des Seehundes, einhergehend mit hoher Medikamentengabe, hätte laut Einschätzung der Tierärztin nicht viel bewirkt. „Ich bin immer wieder positiv beeindruckt, was die Seehundjäger allein aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten erkennen können.“ Nicht jede Erkrankung des Tieres sei von außen schon erkennbar. Trotzdem entschieden die Seehundjäger aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung richtig, was die anschließende Untersuchung in Büsum bestätige.

Die Untersuchung von geschossenen Seehunden ist keineswegs außergewöhnlich. Regelmäßig erhalte das Institut Tiere von den Seehundjägern aus ganz Schleswig-Holstein – zu diesen gehören sowohl natürlich verendete als auch geschossene Tiere.

Ursula Siebert hält viel von der Arbeit der ehrenamtlichen Seehundjäger. Diese gingen mit viel Sachverstand mit den Tieren um. „Allein die vielen Stunden, die sie am Strand verbringen und das Beobachten der Tiere schult ihr Auge.“

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