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Bürgermeisterwahlkampf auf Sylt : Sechs Kandidaten für ein Amt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Frist ist abgelaufen: Bis gestern Abend mussten die Kandidaten ihre Unterschriftenlisten abgeben – jetzt beginnt der Klingelwahlkampf.

Eine Frau und fünf Männer treten an, um Bürgermeister der Gemeinde Sylt zu werden: Bis gestern, 18 Uhr, musste jeder, der für dieses Amt kandidieren wollte, die nötigen Unterlagen bei der Inselverwaltung abgeben.

Sollte es keinen Überraschungskandidaten geben, der seinen bisherigen Wahlkampf jenseits der Öffentlichkeit geführt hat, gehen die unabhängigen Kandidaten Markus Ballentin, Lars Schmidt, Dr. Gabriele Pauli und Robert Wagner ins Rennen. Mit der Unterstützung der CDU kandidiert Bernd Reinartz, mit der von SWG, SPD und SSW strebt Nikolas Häckel das Amt an. Ob der Kieler Kandidat Wolfgang Laub die nötigen Unterschriften zusammen bekommen hat, wollte er der Sylter Rundschau nicht verraten. Die offizielle Verkündung der Kandidaten durch die Verwaltung ist am Freitag.

Mit den genannten Kandidaten bieten sich den Syltern zwei Wahlmöglichkeiten mehr als 2009. Bei der damaligen Bürgermeisterwahl zogen der Kieler Robert Cordes, die Kasselerin Dr. Anja Braune und der Sylter Joachim Schweitzer als unabhängige Kandidaten gegen die amtierende Bürgermeisterin Petra Reiber ins Rennen – und scheiterten damit grandios: Die damals schon fast 18 Jahre amtierende Reiber gewann die Wahl mit 70,5 Prozent der Stimmen. Ihre Mitbewerber um das Amt mussten sich mit 14,3 Prozent (Robert Cordes), 13,7 Prozent (Joachim Schweitzer) und 1,5 Prozent (Dr. Anja Braune) begnügen. Ganz so deutlich, vermuten viele der Kandidaten, werde die Wahl am 14. Dezember nicht ausfallen. Die meisten von ihnen rechnen damit, dass es zu einer Stichwahl kommen wird.

Bis dahin wird sich der Wahlkampf auf der Insel in den kommenden Wochen verschärfen. Dabei gehen es die Kandidaten unterschiedlich schnell an: Während Nikolas Häckel sich zwar in jedem Gemeindeort den Bürgern in einer Veranstaltung präsentieren möchte, will der Kronshagener Bauamtsleiter die Sylter „auf keinen Fall nerven“ und sich ihnen an der Haustür aufzwingen: „Ich stehe für Gespräche bereit, ansonsten halte ich mich dezent zurück.“ Dem sogenannten Klingelwahlkampf steht auch der Sylter Bernd Reinartz eher skeptisch gegenüber. Neben einigen geplanten Veranstaltungen sollen demnächst seine Wahlkampfbroschüren verteilt werden, seine Internetpräsenz soll in dieser Woche freigeschaltet werden: „Zudem besuche ich weiterhin die politischen Sitzungen wie beispielsweise die heutige Hauptausschusssitzung“, so Reinartz.

Für Gabriele Pauli läuft der Wahlkampf schon einige Zeit. Sie ist froh, dass mit dem Ende der Herbstferien nun auch wieder mehr Insulaner auf Sylt sind, die sie zu Gesprächen treffen kann. „Klingelwahlkampf“ betreibt sie jetzt schon – „dabei stelle ich mich den Leuten kurz vor.“ Ansonsten ist sie, wie die anderen Kandidaten auch, gerade dabei, die heiße Phase des Wahlkampfs vorzubereiten: „Ich bin aber auch niemand, der das alles bis zum Schluss genau durch plant.“

Lars Schmidt ist der Ansicht, sein Wahlkampf habe mit der Veröffentlichung seines Buches „Sylt ausgebrannt“ schon Fahrt aufgenommen. Auch er plant einige Veranstaltungen, auf denen er den Syltern Rede und Antwort stehen will. Ansonsten stehen bei dem Sylter unter anderem ein verstärkter Internetwahlkampf und der Klingelwahlkampf auf der Agenda. Auch der Aachener Robert Wagner will nicht ausschließen, dass er auf der Insel von Haustür zu Haustür ziehen wird. Erst einmal will er sich aber darauf konzentrieren, seine sieben Abendveranstaltungen zu meistern, auf denen er sich den Insulanern vorstellen will.

Auch der Kölner Markus Ballentin schaffte es Ende vergangener Woche, die nötigen 135 Unterschriften für die Kandidatur zu sammeln. Er will ab Mitte November mit einem Wahlmobil durch die verschiedenen Inselorte fahren und eine Kampagne auf Facebook starten, um auch junge Wähler für sich zu gewinnen.

Ein wenig Zeit, um die Insulaner zu überzeugen, haben die Kandidaten bis zum Wahltag am 14. Dezember noch. Dann wird sich zeigen, welche Kampagne die Sylter am überzeugensten fanden.

 

 

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erstellt am 28.Okt.2014 | 05:14 Uhr

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