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Achtklässler befragten Petra Reiber : Schulstunde bei der Bürgermeisterin

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

58 Schüler des Gymnasiums Sylt besuchten am Freitag Bürgermeisterin Petra Reiber im Rathaus. Neben Fragen zur aktuellen Inselpolitik interessierte die Sylter Jugendlichen vor allem der Berufsalltag der Verwaltungschefin.

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2014 | 13:00 Uhr

Im Sitzungssaal des Westerländer Rathauses diskutieren normalerweise die Politiker über die Geschicke der Insel. Gestern allerdings stellte sich Bürgermeisterin Petra Reiber hier den Fragen von 58 Schülern des Gymnasiums Sylt. Die Achtklässler waren alles andere als schüchtern und brachten die großen politischen Themen, die die Insel derzeit beherrschen, auf den Tisch. „Setzen Sie sich dafür ein, dass mehr Sylter auf der Insel wohnen bleiben können?“, wollte etwa eine Schülerin wissen.

In ihrer Antwort bemühte sich Reiber, den jungen Syltern die Hintergründe politischer Entscheidungen zu vermitteln: „Unsere Wohnungsnot kommt daher, dass jede Wohnung hier ein potenzielles Gewerbe ist.“ Gegen den Verkauf einer Wohnung oder eines Hauses könne die Gemeinde erst einmal nichts tun. „Das würde die Eigentumsfreiheit von Privatleuten einschränken.“ Allerdings verfüge die Gemeinde auch über Eigentum, baue eigene Wohnungen für Sylter und habe sich dazu entschieden, diesen gemeindeeigenen Wohnraum auch in den kommenden Generationen nicht zu verkaufen.

In ihrem Schulfach Wirtschaft und Politik hatten sich die Schüler genau mit diesem Thema auseinander gesetzt. Von Petra Reiber konnten sie alles noch einmal aus erster Hand erfahren. „Themen wie die Wohnraum-Not, die Geburtshilfe oder die Schließung von Schulen interessieren die Schüler sehr“, erklärt die Lehrerin Johanna Kutsche. „Durch das Gespräch mit Frau Reiber kommen sie auch aus der Theorie heraus und bekommen Einblicke aus der Praxis.“

Die Jugendlichen hatten aber nicht nur Fragen zu Politik und Verwaltung, sondern interessierten sich auch für den Beruf der Bürgermeisterin und ihren Alltag. Ein Schüler fragte beispielsweise, ob Bürgermeisterin schon immer der Traumberuf von Petra Reiber gewesen sei. Diese erzählte, sie sei eigentlich gar nicht selber auf die Idee gekommen, diesen Beruf zu ergreifen. „Ich habe im Rahmen meiner Ausbildung zur Anwältin auch sechs Monate in einer Stadtverwaltung gearbeitet. Dort sagten mir die Kollegen, ich solle doch selber einmal Bürgermeisterin werden – das passe zu mir.“

Auch nach 23 Jahren sei das Bürgermeisteramt immer noch der schönste und vielseitigste Beruf, den sie sich vorstellen könne. „Er ist aber auch sehr anstrengend, denn man verliert viel persönliche Freizeit und kommt manchmal nach Sitzungen erst um 22 Uhr nach Hause.“ Besonders schwierig sei es aber, wenn sie selber nicht in der Lage sei, ein Problem zu lösen. „Wenn etwas nicht gut läuft, wird immer ein Schuldiger gesucht und das ist sehr oft die Bürgermeisterin. Allerdings habe ich nicht die Macht, alles bestimmen und regeln zu können. Auch ich muss mich an Regeln und Gesetze halten.“

Für die Zeit nach ihrer „politischen Kariere“, wie es die Schüler ausdrückten, wünscht sich Reiber erst einmal Erholung nach dann 24 Jahren Dienstzeit. „Es gibt viel nachzuholen. Alles Private musste ich häufig aufschieben und auch mein Freundeskreis kommt viel zu kurz. Danach suche ich mir aber eine neue Beschäftigung oder will vielleicht auch noch einmal studieren.“

 

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