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Schulschließung auf Sylt : Schul-Debatte noch nicht beendet

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Die Zahl der Erstklässler für die Sylter Grundschulen stehen fest. Während Schulleiter und Verwaltung die Sicherheit der Standorte betonen, will die SPD die Schließungs-Debatte weiter führen.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Nach der Aufregung um die Schließung des Morsumer Primarhauses ist die Zukunft der Sylter Grundschulen erst einmal  gesichert.  Frauke Wehrhahn, die die Schulabteilung in der Verwaltung leitet, betonte gegenüber der Sylter Rundschau: „Die  Westerländer Grundschulstandorte sind gut aufgestellt.“

Die Grundschule Am Nordkamp wird künftig zur Außenstelle der Nicolai-Schule (wir berichteten), im kommenden Schuljahr werden 79 Kinder diese Schule besuchen. Besonders freut sich Schulleiter Hans-Peter Krebs darüber, dass von 19 Kindern, die bisher zum  Morsumer Primarhaus gingen, 17 Schüler auf die Schule Am Nordkamp wechseln: „Wir haben in sehr guten Gesprächen mit den Eltern die Rückmeldung erhalten, dass die Eltern die neu entstandene Verbindung mit der St.- Nicolai-Schule positiv sehen.“

Doch auch, wenn keine der  Sylter Grundschulen in absehbarer Zeit unter die Mindestgröße von 44 Schülern zu rutschen droht – die Anmeldungszahlen der Erstklässler für das kommende Schuljahr liegen teilweise im einstelligen Bereich: Für die Grundschule Am Nordkamp wurden sieben Kinder angemeldet, in der St.-Nicolai-Schule sind es zehn  und in der Boy-Lornsen-Schule werden voraussichtlich 34 Schüler in zwei ersten Klassen eingeschult. „Westerland hat dieses Jahr einen extrem schwachen Jahrgang“, so Wehrhahn, „das ändert sich in den kommenden Jahren aber auch wieder.“

Insgesamt allerdings sinken die Schülerzahlen nach Berechnungen der Schulentwicklungsplanung des Kreises Nordfriesland in den kommenden Jahren konsequent – und zwar bis 2024 um fast 27 Prozent. Wenn es nur nach den reinen Schülerzahlen geht, muss trotzdem keine der drei Westerländer Schulen um ihren Bestand bangen – alle drei bleiben nach den Berechnungen deutlich über der  Mindestgrenze, die eine Grundschule erfüllen muss, um zumindest als Außenstelle weiter bestehen zu können. Aus diesem Grund reagieren Verwaltung und Schulleitung  irritiert auf den öffentlichen Vorschlag des SPD-Fraktionsvorsitzenden Gerd Nielsen, der in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses die Überlegung in den Raum warf, die Schule Am Nordkamp mittelfristig zu schließen. „Generell ist es natürlich in Ordnung, über Schulschließungen zu sprechen“, sagt Horst-Peter Feldt, Schulleiter der St.-Nicolai-Schule, „schwierig ist es aber, wenn exemplarisch ein Name genannt wird.“ Gerade zum jetzigen Zeitpunkt, an dem die Zukunft der Schule Am Nordkamp gesichert worden sei, wäre dies ein „unverständlicher Kurs“.

Ein Kurs, auf dem die SPD bleibe, betont Gerd Nielsen.  „Es geht nicht darum, die Schule zum kommenden Schuljahr zu schließen. Aber ich sehe das Problem nicht, wenn den Eltern rechtzeitig mitgeteilt würde, dass es sie beispielsweise zum Schuljahr 2018/2019 nicht mehr gibt.“ Das  eingesparte Geld, so Nielsen, könne natürlich in die anderen drei Grundschulen investiert werden: „Diese Idee, dass die kleinen Schulen das Beste für die Kinder sind, und das beste pädagogische Angebot bieten - die ist schlicht falsch. Für 44 Kinder macht es beispielsweise keinen Sinn, eine Begabtenförderung einzurichten.“ Seine Fraktion werde sich nach Ostern detaillierter zum Thema äußern.

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