Schützenhaus: Klinik nutzt Wohnung nicht

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12. März 2014, 12:34 Uhr

Ärger wegen des Leerstandes einer gemeindeeigenen Wohnung gab es am Dienstag im Hauptausschuss der Gemeinde Sylt. Bereits seit dem 1. November letzten Jahres ist im sogenannten Schützenhaus neben dem Strandübergang Himmelsleiter eine Sechs-Zimmer-Wohnung unbewohnt. Leerstehen lässt sie jedoch nicht die Gemeinde als Eigentümerin, sondern die Asklepios Nordseeklinik, die sie von der Gemeinde angemietet hat.

Zum Thema machte den Fall CDU-Vertreter Holger Flessau, der darauf verwies, dass er mehrfach von Bürgern angesprochen worden sei, die angesichts des Sylter Wohnungsmangels wissen wollten, wann die Wohnung bezogen werde. Die ungewöhnlich große Wohnung wurde beim Bau des neuen Schützenhauses von der Stadt Westerland eigens so geplant, weil dort ursprünglich Bürgermeisterin Petra Reiber mit ihrer Familie einziehen sollte, wozu es jedoch nie kam.

Stattdessen berichtete Petra Reiber, dass die Nordseeklinik die Wohnung zur Unterbringung eines Arztes angemietet hätte. Da dies bislang nicht geschehen sei, schlug sie vor, der Nordseeklinik die Aufhebung des Mietvertrages nahe zu legen. Ein Vorschlag, der vom Hauptausschuss einstimmig angenommen wurde. Die Klinikleitung sah sich gestern weder zu einer Erklärung des Leerstandes noch zu einer Reaktion auf den Beschluss des Ausschusses in der Lage.

Nach Informationen der Sylter Rundschau war die Vergabe der letzten noch direkt von der Gemeinde und nicht vom Kommunalen Liegenschafts-Management verwalteten Wohnung im vergangenen Jahr per Losentscheid gefallen, da es auf eine Ausschreibung hin mehrere Bewerber gab. Holger Flessau: „Meines Erachtens hätte die Klinik gar nicht in den Lostopf gehört, weil Asklepios auf Sylt selbst über Wohnungen verfügt.“

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