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Sylter Rundschau

17. Dezember 2017 | 22:54 Uhr

Schulwechsel : Schüleraustausch auf Dänisch

vom

Die Kinder der Dänischen Schule auf Sylt tauschten jetzt für dreieinhalb Tage ihre Schule mit der Volksschule in Brylle bei Odense in Dänemark - und die jungen Dänen kamen nach Westerland.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2008 | 07:01 Uhr

Westerland/Brylle | In einem der schon abgedunkelten Klassenzimmer der Dänischen Schule liegen sie eingerollt in ihre Schlafsäcke und können die Augen kaum noch offen halten: Die sieben Mädchen der 0. Klasse (etwa sechs Jahre alt) aus dem kleinen Städtchen Brylle in Dänemark sind sichtbar erschöpft. Schließlich ist es schon neun Uhr am Abend und ein anstrengender Tag liegt hinter ihnen.

Draußen auf dem Schulhof hingegen präsentiert sich ein ganz anderes Bild: Hier, bei ihren Mitschülern aus der 2. und 3. Klasse ist von Müdigkeit nichts zu spüren, lautstark rennen sie umher, spielen Fange und Fußball. In einer Ecke sitzen ihre Lehrer und Erzieher. Sie beobachten das muntere Treiben und trinken Kaffee, um mit den Kleinen Schritt zu halten.
Jeweils 20 Erwachsene fuhren als Begleitung mit

Dreieinhalb Tage lang tauschten 180 dänische mit 120 deutschen Schülern ihre Schulen in Westerland und Brylle - von Dienstag bis gestern. Angereist mit Bus und Fähre, jeweils 20 Erwachsene im Gepäck und ausgestattet mit jeder Menge Neugier auf das oft noch unbekannte Land. So wie der neunjährige Pelle. Mit seinen Eltern kam er zwar schon vier Mal nach Deutschland - aber eben noch nie nach Sylt. Heute war er mit dem Schiff draußen auf dem Meer, "bei den Seehunden", und strahlt, als er davon erzählt.

Es war das dritte Mal nach 1992 und 2000, dass die Schulen ihre Schüler-, Lehrer- und das Personal tauschten. Die Kontakte zu der Volksschule in Brylle (0. bis 7. Klasse) rühren noch aus alten Zeiten. Geknüpft wurden sie durch Walter Johannsen, Direktor der Dänischen Schule in Westerland, der als Schüler acht Jahre lang seine Sommerferien in Brylle verbrachte - und durch den Grenzverein. "Total begeistert", sagt Johannsen sei er von der diesjährigen Fahrt, "da ist ein irres Gemeinschaftsgefühl entstanden." Für die Kinder seien die Tage in der Nähe von Odense auf Fünen besonders wertvoll gewesen. "Alles war dänisch, von den Straßenschildern bis zum Kaufmann. So ein Umfeld können wir ihnen in Westerland natürlich nicht bieten."
Alle, Dänen wie Deutsche, hatten ihre Schlafsäcke dabei

Während die deutschen Kinder Märchen von Hans Christian Andersen hörten, Lagerfeuer machten und sich in einem Rollenspiel auf Verbrecherjagd begaben - zur Belohnung gab es eine Schatztruhe voll mit Süßigkeiten - erkundeten die kleinen Dänen die Vogelkoje und genossen ihre Bäder in der kühlen Nordsee. Alle, Dänen wie Deutsche, hatten ihre Schlafsäcke mit dabei, die Westerländer sogar ihren eigenen Koch. "Der ist jeden Morgen um zwanzig vor Fünf aufgestanden und hat uns allen Frühstück gemacht", erzählt Pädagogin Gerd Ulmer.

Zeitig aufgestanden sind aber auch die Dänen. Am Abreisetag klingelten ihre Wecker schon vor Sechs. "Wir haben schnell noch die Schule sauber gemacht, schließlich wollen wir doch bald wiederkommen", lachte Musiklehrer Hans Jørgen Bjørnholt.

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