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Ortsentwicklung : Schritt für Schritt zum neuen List

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein neuer Ausschuss soll sich mit Hilfe der Lister Bürger akutellen Themen der Ortsentwicklung widmen.

An dem hartnäckigen Gerücht, der Betreiber des Lister Edeka-Marktes habe gar nicht vor, sich im neu geplanten „Lister Markt“ auf der ehemaligen Fahrbereitschaft anzusiedeln, ist nichts dran, sicherte Bürgermeister Wolfgang Strenger gleich zu Beginn der Einwohnerversammlung zu. Knapp 100 Interessierte waren der Einladung der Gemeinde am Donnerstag gefolgt und lauschten den Ausführungen Martin Stepanys von der AC Planergruppe aus Itzehoe zu Plänen, wie sich List in den kommenden Jahren entwickeln könnte.

Für viele Zuhörer war nicht viel Neues dabei. Alle, die die Berichterstattung der Sylter Rundschau zu dem Thema verfolgt oder an den Sitzungen der entsprechenden Gremien teilgenommen hatten, wussten Bescheid. Einige Fragen zu dem bereits im Dezember in der Gemeindevertretung vorgelegten Konzept (wir berichteten), konnten in den zwei Stunden geklärt werden, andere wurden als Anregungen mit aufgenommen.

„Wir werden in der nächsten Gemeindevertretersitzung einen Ausschuss Ortsentwicklung ins Leben rufen, der dann im drei Wochen Turnus tagen wird“, kündigte der Bürgermeister an. Und er nahm die Bürger gleich mit in die Pflicht: „Kommen Sie zu den Sitzungen des Ausschusses und beteiligen Sie sich.“ Es werde immer ein oder zwei Oberthemen geben, „die uns vielleicht auch aktuell unter den Nägeln brennen“, um Stück für Stück mit der Ortsgestaltung weiter zu kommen.

Angedacht ist die Umgestaltung der Hafenstraße in eine Art Flaniermeile, eine neue Lister Mitte, genannt Lister Markt, hinter der Tankstelle auf dem Gelände der ehemaligen Fahrbereitschaft und ein Rundweg mit dem Fokus auf den historischen Ortskern (wir berichteten). Der Neubau für Feuerwache und Bauhof unter einem Dach nördlich der Tankstelle wird 3,8 Millionen Euro kosten. Um diese Summe stemmen zu können, kündigte der Bürgermeister an, die jetzigen Grundstücke beider Einrichtungen zur Refinanzierung zu nutzen. „Das wird dann keine reine Wohnen-Geschichte sondern sicherlich verknüpft mit Handel oder Gastronomie.“ Applaus gab es für Strengers Ankündigung, die Arztpraxis in List unbedingt halten zu wollen und ihr weiterhin – trotz etwaiger Um- oder Anbaupläne von Am Brünk 1 – ein gemeindliches Dach über dem Kopf bieten zu wollen. Eine Umsiedelung der Postfiliale, die Strenger in Aussicht stellte, kam ebenfalls gut an: „Die Post muss in den neuen Lister Markt. Es kann nicht sein, dass man Pakete quer über den Hafenparkplatz tragen muss bis in die Alte Tonnenhalle.“ Frei zugängliche Spiel- und Sportplätze sollten Teil der Ortsentwicklungsplanung werden – gerade im Hinblick auf gewünschte Zuzüge von Familien, forderte das Ehepaar Paulsen. Der Bürgermeister sagte dazu, dass sich so eine Infrastruktur selbstverständlich mitentwickeln müsse und verwies auf den neuen Ausschuss und bat um Mitarbeit. Gleich von mehreren Seiten wurde die Frage nach der Architektur gestellt, der angedachten Neubauten. Soweit sei man noch nicht, beschwichtigte Strenger. „Wir sind gerade bei der Flächenentwicklung.“ Natürlich soll auch die Architektur dann „ortsbildbezogen“ sein.

Zum Thema Neugestaltung im Bereich Weststrandhalle hat sich die Naturschutzgemeinschaft Sylt zu Wort gemeldet mit einem Schreiben, das zahlreiche Bedenken enthält. „Ich werde die Naturschutzgemeinschaft zu einem Gespräch einladen“, erklärte der Bürgermeister gegenüber der Sylter Rundschau. Zur Erinnerung: Die Gemeinde plant die abgängige Strandkorbhalle abzureißen und hinter der Weststrandhalle neu zu bauen. Außerdem soll der FKK-Strand samt geplanter Strandversorgung nach Norden im Anschluss an den Textilstrand verlegt werden. Laut Strenger habe die Untere Naturschutzbehörde das Vorhaben begrüßt, da das künftige Strand-Angebot komprimiert in einem Ort stattfinden soll und die Sylter Natur somit nicht großflächig leiden müsse.

 

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erstellt am 10.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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