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Verkehr auf Sylt : Schranken sorgen für Skepsis

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Morsumer stört es, dass die Durchfahrt zwischen Archsum und Morsum über den Norderinge-Weg bald dicht sein soll.

Das Dorf im Osten der Insel riegelt die Verkehrswege durch die Wiesen weiter ab: Nachdem bereits die Straße am Bahndamm zwischen Keitum und Archsum für den Autoverkehr gesperrt ist, beschloss der Ortsbeirat vor kurzem, auch auf der östlichen Straßenverlängerung bis zur Ortsgrenze von Morsum Schranken zu installieren. Damit wäre künftig auch die Durchfahrt über den Norderinge-Weg nahe des Watts nicht mehr möglich.

Gerade im benachbarten Morsum stößt die Entscheidung des Archsumer Ortsbeirats indes nicht unbedingt auf Gegenliebe: „Die meisten Spaziergänger und Radfahrer ziehen den Norderinge-Weg ohnehin dem Zuglärm der Straße am Damm vor. Was spricht dagegen, die Straße am Damm für den Autoverkehr frei zu geben? Dass Archsum stattdessen nun jegliche Verbindung nach Morsum durch die Wiesen kappt, ist unverständlich und überzogen“, moniert ein Morsumer Kommunalpolitiker.

Auch Alfred Bartling, engagierter Ehrenvorsitzender der Morsumer Kulturfreunde, regt aus pragmatischen Gründen eine neue Ausrichtung der Verkehrsführung an: „Wenn in Zukunft noch mehr Züge fahren sollen, dann werden die Schranken am Keitumer Bahnübergang der Umgehungsstraße noch öfter geschlossen sein. Angesichts der zu erwartenden Fahrzeugkolonnen müsste dort eigentlich ein Tunnel gebaut werden.“ Da dies aber sehr wahrscheinlich nicht realisiert wird, sollten sich die Ortsbeiräte von Keitum, Archsum und Morsum zusammen setzen und über Entlastungsmöglichkeiten nachdenken.

Eine Möglichkeit wäre, die Straße am Bahndamm zwischen Keitum und Morsum für den Autoverkehr freizugeben. Dies hätte zugleich den Vorteil, dass Archsumer und Morsumer, deren Gäste und die Zweitwohnungsbesitzer etwa die in Keitum ansässigen Arztpraxen, die Apotheke, das Kulturhaus und andere Ziele direkt ansteuern können. Die Archsumer hätten durch die Öffnung der Straße keine Nachteile, können sie die hinter dem Bahndamm fahrenden Autos doch weder sehen noch hören, findet Bartling.

Er sieht den ruhigen Norderinge-Weg als bessere und auch sichere Alternative für Fußgänger, Radfahrer und Reiter: „Zu bedenken ist etwa der Vorfall, als einer Reiterin auf der Straße am Damm das Pferd wegen des Zuglärms durchging und die Frau abwarf, die dann mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden musste.“ Zudem, so Bartling, wäre Autoverkehr neben dem lauten Verkehrsweg der Bahntrasse akzeptabel.

Bereits wenige Monate nach der 2008 erfolgten Verstärkung des Bahndamms wurde die Straße am Damm mittels Schranken für den Autoverkehr gesperrt. Eine Maßnahme, die seinerzeit bei manchen Bürgern für Unverständnis sorgte, wurde im Zuge der Dammverstärkung der vormalige Feldweg entlang des Dammfußes doch aufwändig als Straße saniert.

Nach dem Beschluss des Archsumer Ortsbeirates für eine erweiterte Straßensperrung obliegt nun dem Bauhof der Gemeinde Sylt das weitere Procedere. „Es wird noch geprüft, wo die Schranken genau eingebaut werden, dann erfolgt die Vergabe an einen Fachbetrieb“, erläutert Bauhofleiter Björn Christiansen.

Sollten doch noch anderslautende Entscheidungen gefällt werden, müsste neu geplant werden. „Da die Straße sehr gut ausgebaut ist, wäre sie – so denn politisch gewollt – für einen Autoverkehr prinzipiell natürlich geeignet“, konstatiert Christiansen.







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